Der Branchenverband VATM fordert die Bundesnetzagentur zu weiteren Preissenkungen für Leistungen der Deutschen Telekom auf. "Bei den Einmalentgelten für die Teilnehmeranschlussleitung hat der Ex-Monopolist bei der Bundesnetzagentur bis zu 70 Prozent höhere Entgelte beantragt als die derzeit genehmigten", kritisierte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner am Freitag. "Das ist völlig inakzeptabel und keinesfalls sachlich begründbar." Die Entgelte seien mit den tatsächlichen Kosten für die Bereitstellung nicht zu begründen, mahnte Grützner. Bis Ende Juni entscheidet die Behörde unter anderem über Entgelte, die der Marktführer von seinen Wettbewerbern einmalig für die Umschaltung eines Anschlusses oder bei Kündigung und Wechsel eines Kunden verlangen darf.

Die Telekom ist verpflichtet, ihren Konkurrenten die eigenen Anschlussleitungen in die Haushalte (TAL) bereit zu stellen. Die Preise, die sie dafür verlangen darf, muss der Konzern bei der Netzagentur beantragen, ebenso auch die monatliche Nutzungsgebühr für die so genannte letzte Meile. Die Gebühren haben Einfluss auf die Endkundenpreise der Wettbewerber.

Für die einfache Bereitstellung eines Anschlusses - der häufigsten Variante - beantragte die Telekom eine Einmalgebühr von knapp 50 Euro, bislang liegt die Gebühr bei 36 Euro und damit fast 40 Prozent darunter. Kommen bestimmte Arbeiten dazu, will die Telekom ein bis zu 69 Prozent höheres Entgelt verlangen. Die Kündigungsgebühr soll sogar auf 10,34 Euro von bislang 5,21 Euro steigen, wenn der Kunde zum Marktführer zurückkehrt oder zu einem anderen Wettbewerber wechselt.

Auch für den Zugang allein zur Datenleitung für schnelle Internet-Anschlüsse (Line-Sharing) will die Telekom einen höheren Preis verlangen: Er soll auf 84,18 Euro von bislang 60,82 Euro steigen. Die monatliche Miete soll sich nach Vorstellung des Bonner Konzerns auf 2,43 von bisher 1,91 Euro erhöhen.(Reuters)