Sarajevo/Belgrad - Das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) Bosnien-Herzegowinas mit der Europäischen Union ist für das Land das wichtigste Dokument seit dem Abschluss des Dayton-Friedensabkommens im Jahre 1995. Dies betonte der bosnische Premier Nikola Spiric im Vorfeld der für Montag 16.00 Uhr in Luxemburg angesetzten Unterzeichnung.

"Das SAA stellt eine offene Tür für die Zukunft der Bürger Bosnien-Herzegowinas, aber auch eine einzigartige Aufforderung an die führenden Politiker dar, die Vergangenheit zu hinter sich zu lassen und sich dem Aufbau der Zukunft des Landes zu widmen", erklärte Spiric. Bosnien werde mit der Unterzeichnung eine erste vertragliche Beziehung mit der EU aufnehmen, die den bosnischen Spitzenpolitikern ernsthafte Verpflichtungen auferlegen werde.

"Um einen endgültigen Erfolg zu verbuchen, müssen wir die innere Kommunikation im Lande festigen, die sich auf den Kompromiss und Konsens stützen wird", erklärte Spiric. Der feierlichen SAA-Unterzeichnung sollen am Montag neben Spiric auch das Mitglied des bosnischen Staatspräsidiums Haris Silajdzic sowie Außenminister Sven Alkalaj beiwohnen. Die bosnische Delegation, die ursprünglich mehr als 60 Mitglieder haben sollte, wurde auf Brüsseler Wunsch halbiert, berichteten Medien in Sarajevo.

Bosnien hatte das SAA bereits im Dezember 2006 ausgehandelt. Mit dem Beschluss der Polizei-Reformgesetze wurde allerdings erst im April die wichtigste Voraussetzung für die Unterzeichnung des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens geschaffen. Das Übergangsabkommen, das gleichzeitig unterzeichnet wird, soll schon am 1. Juli in Kraft treten. (APA)