Wien - Verhalten bis vorsichtig optimistisch sehen die Experten der international tätigen Investmentbank Morgan Stanley den Ausblick für Weltbörsen und Konjunktur. "Wir könnten die Tiefststände schon fast gesehen haben", so die Börsen-Einschätzung von Roland Lang, Executive Director bei Morgan Stanley für das Derivate-Geschaft in Deutschland und Österreich. Es bestehe zwar kein Grund "in Kaufpanik zu verfallen", aber mittelfristig sind Aktien als Asset Klasse nach den jüngsten Korrekturen wieder ein Thema.

Auch die von der US-Kreditkrise gebeutelte Bankenbranche dürfte das Schlimmste ausgestanden haben. So habe Morgan Stanley zuletzt die Anlageeinstufung für US-Banken nach oben revidiert. Das eigentliche Problem sind für Lang aber weniger der Abschreibungsbedarf der Banken, sondern vielmehr die negativen konjunkturellen Folgen der restriktiveren Geldvergabe nach der Kreditkrise. "Das hinterlässt Bremsspuren in der Wirtschaft", so Lang.

Höhenflug der Rohstoffpreise

Auch der Höhenflug der Rohstoffpreise dürfte mittelfristig weiter gehen, so die Einschätzung der Morgan Stanley-Experten. Deutliches Kurssteigerungspotenzial orten die Experten hier unter anderem für Agrarrohstoffe wie etwa Zucker.

Große Aufmerksamkeit gelte angesichts der Rohstoffhausse derzeit auch der Inflationsentwicklung. Anhaltend hohe Inflationsraten und entsprechende Warnungen der Notenbanker hatten zuletzt auf beiden Seiten des Atlantiks für Spekulationen über anstehende Leitzinserhöhungen geführt. Auch auf Produkt- und Kundenseite ortet Lang derzeit entsprechend starke Nachfrage nach inflationsgeschützten Produkten.

In Österreich setzt Morgan Stanley beim Vertrieb seiner Produkte derzeit auf Privatbanken und Sparkassen als Vertriebsschiene für Fonds und strukturierte Produkte. Das Engagement in der Alpenrepublik soll aber ausgeweitet werden. So will die Bank in einem nächsten Schritt auch über Vermögensverwalter verstärkt Privatanleger ansprechen. (APA)