Vor dem botanischen Garten in Roseau, der Hauptstadt Dominicas, liegt seit Jahren schon dieser zermatschte Schulbus. Ein Hurrikan hat den Baum auf das Fahrzeug geworfen. Glücklicherweise war der Bus leer und keiner wurde verletzt.

Foto: Mirjam Harmtodt

Im botanischen Garten gibt es viel Lebensraum für alle möglichen Tiere. "Mountain Chicken" etwa - eine Froschart, deren Fleisch nach Huhn schmeckt. Das hier ist die Raupe der "Great Grey Hawk Moth" und sie ist alles andere als beliebt, da sie mit Begeisterung ganze Sträucher kahlfrisst.

Foto: Mirjam Harmtodt

Mrs. Jane Finuncane ist Besitzerin des Hummingbird Inn und hat ihr Leben den Iguanas verschrieben. "Ich suche eigentlich jemanden, der das Hotel übernimmt - und die Pflege der Iguanas. Aber jeder, der Interesse zeigt, will als erstes die Bäume abholzen, damit man freie Sicht aufs Meer hat. Die Bäume sind aber der Lebensraum für die Iguanas."

Foto: Mirjam Harmtodt

Hummingbird heißt Kolibri - und die gibt es im Hummingbird Inn zu Hauf. "Es müsste jemand aus Europa oder den USA kommen, der Verständnis für den Naturschutz hat. Ich bin eigentlich zu alt, um all das hier weiter zu betreiben", sagt sie. Iguanas sind mittlerweile in Dominica geschützt, aber das hilft wenig, wenn das Habitat zerstört wird.

Foto: Mirjam Harmtodt

Und auch die allgegenwärtigen Banana Quits flattern durch Janes Garten.
Jane verfügt über Kenntnisse aus der Naturmedizin und hat auch im Selbstversuch einiges ausprobiert. Sie hält nicht viel von Tabletten und Tropfen sondern kuriert sich lieber mit dem Saft der Noni-Frucht oder zerriebenen Blättern. Auf Kreuzfahrer ist sie nicht gut zu sprechen: "Die bringen kein Geld auf die Inseln, verschmutzen die Meere und die Souvenirs die sie kaufen, sind 'Made in China'!"

Foto: Mirjam Harmtodt

Und zwischen den Büschen, auf Steinen und Ästen dösen die Iguanas in der Sonne.
"Bis jemand kommt und das Hotel und seine Mitbewohner übernimmt, werde ich hier bleiben", sagt Jane. Und irgendwie scheint es, als wäre sie mit dem Haus und den Bäumen verwachsen und schon nach kurzem kann man sich das Hummingbird Inn ohne Jane bereits nicht mehr vorstellen.

Foto: Mirjam Harmtodt

Janes Lebensphilosophie lautet: Lebe ein ruhiges Leben, glaube an Gott. Was kommt, das kommt - nimm es gelassen. Und genau diese Einstellung strahlt sie auch aus. Ihre Erzählungen fesseln und ihr Ehrgeiz im Kampf um die Natur ist ansteckend. Ihr Alter darf nicht verraten werden - nur eines: sie ist zehn Jahre älter als sie aussieht!

Foto: Mirjam Harmtodt

Das Dorf Scotts Head liegt am Rande eines eingestürzten Vulkankraters, der ein hervorragendes Tauchrevier ist. Die Unterwasserwelt Dominicas ist noch weitestgehend intakt, da es kaum Industrieanlagen gibt und sich die Wasserverschmutzung daher in Grenzen hält.

Foto: Mirjam Harmtodt

Wenn die Fischer von Scotts Head am Abend ihren Fang ins Dorf bringen und am Strand den Fisch zerteilen, lassen auch die Fregattvögel nicht lange auf sich warten, die immer einen Teil des Fangs abbekommen.

Foto: Mirjam Harmtodt

Eine friedliche Idylle, die nicht nur so tut als ob.

Foto: Mirjam Harmtodt

Das Leben als Landkrabbe ist in der Nähe der Straßen gefährlich. Gegen einen 4WD hilft auch der stärkste Panzer nichts.

Foto: Mirjam Harmtodt

Regenwald wohin man schaut. Der Dschungel in Dominica ist nicht nur ein letzter karger Rest, sondern überzieht die gesamte Insel, ist dicht, feucht und voller Leben. Stehen bleiben, aussteigen und hinein ins dichte Grün - das ist beinahe an jeder Stelle möglich. Praktischerweise gibt es keine giftigen oder gefährlichen Tiere auf der Insel.

Foto: Mirjam Harmtodt

Dafür aber solche Juwelen, die ungeduldigen Fotografen einiges an Selbstbeherrschung abverlangen.

Foto: Mirjam Harmtodt

Bedrohlich demonstriert er seine Scheren. Aber wenn es hart auf hart geht sucht er sein Heil doch lieber in der Flucht.

Foto: Mirjam Harmtodt

Posing in Pichelin, einem kleinen Dorf mitten im Regenwald.

Foto: Mirjam Harmtodt

Aber sogar in das winzigste Nest gibt es Straßen. Angeblich ist Dominica arm und unterentwickelt. Allerdings scheint es den Menschen ganz gut zu gehen und sie gehören statistisch zu den glücklichsten auf der ganzen Welt. Und dieses Gefühl ist ansteckend.

Foto: Mirjam Harmtodt

Posing die zweite. Was der junge Herr in der Mitte für Rauchwaren konsumiert war am Geruch leicht festzustellen. "Hier überall im Wald bauen wir unser Marihuana an. Es ist illegal und regelmäßig werden die Felder zerstört und wenn sie dich erwischen, wanderst du ins Gefängnis. Aber hier in Pichelin interessiert das keinen, hier kommt keiner her."

Foto: Mirjam Harmtodt

Diese Frau in Grand Bay flechtet getrocknete Grashalme zu langen Bändern. "Mit diesen Bändern mache ich Hüte. Eine Stunde brauche ich für einen Hut", sagt sie - und dann schweigt sie wieder und arbeitet leise summend weiter an ihrem geflochtenen Band.

Foto: Mirjam Harmtodt

Schild vor einem Laden in Grand Bay.

Foto: Mirjam Harmtodt

Diesen Ortsnamen finden Sie originell? Warten Sie ab, was weiter hinten noch folgt ...

Foto: Mirjam Harmtodt

Zwischen den Ortschaften führt die Straße immer wieder durch dichten Regenwald und bei einer gelegentlichen Pinkelpause im Unterholz des Dschungels findet man dann solche imposanten Gestalten.

Foto: Mirjam Harmtodt

Nur eine der vielen Stellen, an denen die zahlreichen Süßwasserbäche ins Meer münden.

Foto: Mirjam Harmtodt

Der Morne Trois Pitons Nationalpark gehört seit 1997 zum Weltnaturerbe und er war auch der erste Nationalpark in Dominica überhaupt. Hier befinden sich die größten Naturschätze der Insel wie der Boiling Lake, die Trafalgar Falls oder - hier im Bild - die Emerald Pools, die mit einem beschaulichen Spaziergang durch den Regenwald erreichbar sind.

Foto: Mirjam Harmtodt

Wenig anstrengend, da keine nennenswerten Steigungen, gelangt man in etwa einer halben Stunde zu dem Wasserfall. Dabei begegnet man Baumriesen, deren feuchte Stämme mit Moosen und Farnen überwuchert sind. Die Geräuschkulisse besteht aus einem Stimmengewirr verschiedenster Vögel, die man allerdings nur hört und kaum zu Gesicht bekommt.

Foto: Mirjam Harmtodt

Die Emerald Pools sind das Ziel der kleinen Wanderung. Am Ende mehrer kleiner Wasserfälle gelangt man an einen Süßwassersee, der von einem Wasserfall gespeist wird und in dem man auch baden kann, wenn man das möchte. Allerdings sollte man sich einen Tag aussuchen, an dem kein Kreuzfahrtschiff im Hafen liegt, denn dann stürmen die Tagesausflugsgäste sämtliche Attraktionen der Insel und es ist vorbei mit der himmlichen Ruhe im Wald.

Foto: Mirjam Harmtodt

Dass Dominica vulkanischen Ursprungs ist, erkennt man auch an dem schwarz gefärbten Sand. Feingeriebenes Lavagestein wird hier vom atlantischen Ozean umspült. Die wilde Schönheit der Insel war auch Kulisse für einige Szenen von "Piraten der Karibik, Teil III" - verständlich bei diesen Bildern.

Foto: Mirjam Harmtodt

Und dabei sind die Strände durchwegs einsam. Die atlantische Seite eignet sich nicht wirklich zum Schwimmen. Zu wild ist das Meer, zu kühl das Wasser. Aber die gewaltige Kraft der Wellen, deren Bewegungen stets von den mahlenden Geräuschen der mitgerissenen Steine begleitet werden, fasziniert und fesselt.

Foto: Mirjam Harmtodt

Kassava ist eine stärkehaltige Wurzel die es auch bei uns am Markt zu kaufen gibt. Sie eignet sich wunderbar für Currys. In diesem Fall wurde die Wurzel geschält, gerieben, gewaschen und getrocknet und die daraus entstehende Masse mit Kokosraspeln und Salz vermischt auf offenen Pfannen gebacken.

Foto: Mirjam Harmtodt

Das Brot, das dabei herauskommt, ist eine absolute Köstlichkeit. Das Rezept dafür ist uralt. Im Carib Territory, einer Sonderzone, in der die letzten Kariben leben, wird das Brot noch heute gebacken und auch gegessen beziehungsweise verkauft. Unbedingt ausprobieren!

Foto: Mirjam Harmtodt

Roseau ist die Hauptstadt Dominicas. Tagsüber hektisch und laut, sobald die Sonne untergeht ist kein Mensch mehr auf der Straße und am Sonntag findet man kaum ein Restaurant, das geöffnet hat. Solche verfallenen Häuser findet man zuhauf und meist können sie auch gekauft werden. Man ist in Dominica ganz scharf auf ausländische Investoren die Geld ins Land bringen.

Foto: Mirjam Harmtodt

Dieses "Ding" ist das Regierungsgebäude.

Foto: Mirjam Harmtodt

Und wer hier parkt ist auch relativ eindeutig.

Foto: Mirjam Harmtodt

Selten bis gar nie zu sehen sind die Baumfrösche, Coquis genannt, die jeden Abend ihr Pfeifkonzert anstimmen.

Foto: Mirjam Harmtodt

Der Aufstieg zum Boiling Lake beginnt, setzt sich fort und endet mit Treppen. Tausende Treppen, steile Treppen, hölzerne Treppen, glitschige Treppen, steinerne Treppen. Treppen, Treppen, Treppen und ein Guide, der wie eine Dampfmaschine im immer gleichen Rhythmus diese Treppen hinaufmarschiert - während Büromenschen wie wir keuchend hinterherstolpern.

Foto: Mirjam Harmtodt

Pause. Für uns. Bryant, der Guide, braucht keine Pause. Er hat's eilig, weil heute am Nachmittag steht noch ein Fußballspiel mit Freunden an. Nach sieben Stunden Fußmarsch!!

PS: Achten Sie auf Bryants Körperhaltung.

Foto: Mirjam Harmtodt

Super - es geht bergab. Aber halt - da wo's beim Hingehen runtergeht, geht's beim Zurückgehen bergauf. Erste Zweifel kommen auf. Wie soll diese Wanderung jemals erfolgreich absolviert werden?

Foto: Mirjam Harmtodt

Das "Valley of Desolation" - ein stinkendes, blubberndes, furzendes, gasendes Tal kurz vor dem Boiling Lake. Hier wirft Mutter Erde alles an die Oberfläche, was unter ihrer zarten Hülle vor sich hin brodelt. "Niemals ohne Guide zum Boiling Lake gehen", warnt Bryant. Zu gefährlich sei das Terrain, dass sich ständig ändert und Stabilität vortäuscht, wo keine ist.

Foto: Mirjam Harmtodt

Da ist sie wieder - die Körperhaltung von Bryant.

Foto: Mirjam Harmtodt

Wir stolpern hinterher so gut wir eben können. Knie schmerzen, Muskeln werden zu Matsch, Schweiß fließt in Strömen.

Foto: Mirjam Harmtodt

Alle Farben spielt es hier. Schwarz, gelb, weiß, grün oder rot sind die heißen, stinkenden Quellen.

Foto: Mirjam Harmtodt

Nach weiteren Treppen erreichen wir endlich das Ziel - den Boiling Lake. Ein kochender See in einem Vulkankrater, der nach Schwefel stinkt. Die Nebelfahnen legen sich auf die Haut und es wird unangenehm kühl.

Foto: Wolfgang Weitlaner

Dieser kleine Wasserfall speist die kochende Suppe.

Foto: Wolfgang Weitlaner

In der karibischen See vor Dominica leben Pottwale. Mit einem Boot kann man hinausfahren und die Tiere beobachten. Wenn so ein Riese auftaucht, dann bricht Hysterie aus - die Freude darüber, dieses Tier so nah zu sehen, führt zu seltsamen Verhaltensweisen, vergleichbar mit jenem einer Gruppe Volltrunkener. Und wirklich niemand bleibt unbeeindruckt.

Foto: Mirjam Harmtodt

Einmal kurz mit der Schwanzflosse gewunken und weg. Für die nächste halbe Stunde bekommt man die Tiere nicht mehr zu sehen. Aber zu hören - über das Unterwasser-Mikrophon an Bord der Boote. "Klick - klick - klick - klick" - von wegen Walgesänge.

Foto: Mirjam Harmtodt

Das ist doch mal ein richtig origineller Ortsname. (Mirjam Harmtodt/derStandard.at/Fotos: ham/Weitlaner)

Informationen:
Karibikreisen können über den Veranstalter Sunny Islands gebucht werden.

Foto: Mirjam Harmtodt