Wien - Die von Abschiebung in den Kosovo bedrohte Arigona Zogaj war im Herbst 2007 in aller Munde - doch sie, ihre Familie und andere Betroffene kamen in den Medien nur in elf Prozent der Berichte zu Wort. Öfter äußerten sich Politiker (in 35 Prozent der Berichte), Leserbriefschreiber (17 Prozent) und Experten (12 Prozent); öfter als NGO- und Kirchenvertreter.

"Der heimische mediale Diskurs über Asyl- und Bleiberecht, über Integration und Einwanderung ist elitenorientiert", fasst Petra Herczeg denn auch die Ergebnisse ihrer mit Oliver Gruber und Cornelia Wallner am Wiener Institut für Publizistik erstellten Studie über den "Fall Arigona in den österreichischen Medien" zusammen. Untersucht wurden 1900 Publikationen in Printmedien sowie im ORF zwischen 26. 9. und 20. 12. 2007.

Die wichtigsten Resultate: 64 Prozent der Berichte waren "eher sachlich", und zwar quer durch Qualitätsmedien und Boulevard. Vom Rechtsstaat wurden überwiegend Verbesserungen für die Betroffenen gefordert, die Realitäten der Einwanderung hingegen - der "Zugang zur Gesellschaft" - nahmen nur wenig Platz ein. (bri/DER STANDARD; Printausgabe, 18.6.2008)