Gießen - Regionale Produkte sind in ihrer Herstellung nicht automatisch energiesparender und damit ökologischer als Importware aus dem Ausland. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der Universität Gießen. Der Energieaufwand für Anbau, Ernte und Transport hänge nicht von der Entfernung zum Markt ab, sondern von der Betriebsgröße, argumentieren die Forscher. Produkte aus kleineren Betrieben könnten dabei bis zu fünfmal mehr Energie verbrauchen als solche aus größeren Betrieben.

Studienleiter Elmar Schlich, Professor für Prozesstechnik an der Uni Gießen, untersuchte für seine Studie Tafeläpfel in den deutschen Anbauregionen Bodensee, Rheinhessen und Niederelbe. Dabei zeigte sich, dass vor allem der Transport der Äpfel in kleineren Betrieben aufwendiger ist, weil die Fahrzeuge kleiner sind. Zudem verfügten kleinere Betriebe nicht über eigene Kühlhäuser, so dass die Ware in externe Kühlhäuser transportiert werden müsse.

Bei Betrieben mit einer Jahresproduktion von mehr als 1.000 Tonnen Tafeläpfeln beträgt demnach der Energieaufwand nur 0,1 Kilowattstunden pro Kilogramm, wobei 40 Gramm Kohlendioxid pro Kilo freigesetzt werden. Betriebe, die weniger als 200 Tonnen Äpfel erzeugen, verbrauchen dagegen bis zu 0,5 Kilowattstunden pro Kilo und erzeugen dabei bis zu 200 Gramm CO2 pro Kilo. (APA)