Frankfurt - In den Tarifverhandlungen für Boden- und Kabinenmitarbeiter bei der deutschen Lufthansa droht die Gewerkschaft ver.di mit einer Fortsetzung ihrer Warnstreiks.

Ver.di dringe auf ein verbessertes Angebot noch vor dem nächsten Verhandlungstermin am 1. Juli, sagte ein Gewerkschaftssprecher am Donnerstag. "Unsere Türen sind offen, wir können auch zwischen den Verhandlungsterminen miteinander reden. Sollten wir nichts hören, werden wir den Druck erhöhen", drohte er. Ver.di sei an vielen Lufthansa-Standorten streikfähig.

Am Mittwoch hatte die Gewerkschaft zum ersten Mal in den laufenden Verhandlungen zu einem Warnstreik aufgerufen. Nach Gewerkschaftsangaben legten 3.000 Technik-Mitarbeiter in Hamburg ihre Arbeit nieder. Zu Verspätungen oder Flugausfällen kam es dadurch nach Angaben der Lufthansa aber nicht. Viele Techniker sind vor allem für die Wartung der Flugzeuge zuständig, was sich nicht direkt auf den Flugplan auswirkt. Auch beim Check-in sei es nicht zu Verzögerungen gekommen.

Die Lufthansa hatte am Mittwoch ein neues Angebot vorgelegt. Zusätzlich zu den rückwirkend zum 1. Juni in Aussicht gestellten 3,4 Prozent mehr Lohn sollen die die 34.000 Bodenmitarbeiter ab Juni des nächsten Jahres weitere 2,1 Prozent mehr erhalten. Der Tarifvertrag soll bis Ende 2009 laufen.

"Absolut unzureichendes Angebot"

Verdi hatte das Angebot als "absolut unzureichend" bezeichnet und fordert eine Erhöhung um 9,8 Prozent.

Erschwert werden die Verhandlungen durch unterschiedliche Laufzeiten der Tarifverträge zweier konkurrierender Gewerkschaften für das Kabinenpersonal. Der Tarifvertrag mit der Flugbegleiter-Organisation UFO, die den Großteil des Personals dort vertritt, läuft noch bis Ende des Jahres. UFO darf daher nicht zu Streiks aufrufen und will angesichts der geschwächten Verhandlungsposition nicht an den offiziellen Verhandlungen teilnehmen. Die Lufthana will aber nur dann einen neuen Tarifvertrag für das Kabinenpersonal unterschreiben, wenn er für beide Gewerkschaften gilt. (APA/Reuters)