Moskau - Das vom börsennotierten Immobilienunternehmen Immoeast geplante Jointventure (JV) zur Errichtung von Shoppingzentren in Russland verzögert sich. Schuld daran ist ein Streit um die Eigentumsverhältnisse beim russischen Immoeast-Partner RTM. Involviert sind die gleichen Akteure, die sich bereits beim russischen JV-Partner von Billa, der Marta Holding, einen Kampf um die Eigentumsrechte liefern – der Standard berichtete.

Ende April unterzeichnete Immoeast mit RTM eine Absichtserklärung über die Gründung des JV, an dem RTM 51 Prozent halten soll. Immoeast will an den Plänen festhalten. Eigentlich sollte die JV-Gründung Ende Juli erfolgen, nun werde sich die Gründung wohl bis in den Herbst verschieben, sagte Immoeast-Vorstandsmitglied Edgar Rosenmayr.

Es ist vereinbart, dass das Investment der Immoeast bis zu 150 Millionen Euro beträgt, während die RTM das Management des Projektes übernimmt. Geplant ist die Errichtung eines Shopping- und Unterhaltungszentrum mit einer Nutzfläche von rund 90.000 Quadratmetern in St. Petersburg. "Aus heutiger Sicht wird das erste Projekt in St. Petersburg wie geplant realisiert werden" , so Rosenmayr.

Eigentümerkonflikt

Im Mittelpunkt des Eigentümerkonfliktes steht der russische Handelstycoon Georgij Trefilow, der 1992 die Marta Holding gründete und sich zunächst mit der Produktion und dem Verkauf von Möbel beschäftigte. 2000 stieg die Marta Holding in das boomende Einzelhandelsgeschäft ein.

Trefilow gründete die Handelskette Grossmart sowie etliche Onlinehändler. 2004 wurde die Marta Holding der Partner des deutschen Handelskonzerns Rewe bei der Expansion von Billa in Russland. Als Ende 2007 der geplante Verkauf von Grossmart an Rewe platzte, drohte Trefilow das Geld auszugehen. Er verkaufte seine 35,7 Prozent an RTM an Generaldirektor Eduard Wyrypajew – als Pfand wie er sagt und fordert diese nun zurück. Die 2006 von Trefilow gegründete RTM verfügt über ein Portfolio von 57 Objekten, das nach eigenen Angaben rund 790 Mo.Dollar wert ist. 2007 erlöste RTM bei einem Börsengang rund 80 Mio. Dollar. (Verena Diethelm aus Moskau, DER STANDARD, Printausgabe, 21./22.6.2008)