Grundsätzlich wird laut EU-Wettbewerbsrecht die Kommission als Wettbewerbsgericht nur tätig, wenn eine Fusion grenzüberschreitende Aspekte hat oder der Umsatz der beteiligten Unternehmen fünf Milliarden Euro übersteigt. Unter einem Umsatz von 250 Millionen Euro gibt es keine EU-Prüfung. Eine weitere Bestimmung: Wenn die beteiligten Unternehmen mehr als zwei Drittel ihres Umsatzes in einem Mitgliedsland machen, dann ist die nationale Behörde zuständig. Eine Übernahme von Adeg durch Rewe war in jedem Fall von der EU-Kommission zu prüfen, da Rewe und Adeg in Österreich zusammen auf einen Umsatz von fast sechs Milliarden Euro kommen, aber auch der Umsatz der Rewe-Mutter in Deutschland berücksichtigt werden muss, und der betrug 2007 rund 45 Milliarden Euro. Die Entscheidungen der EU-Kommission gelten als Urteil erster Instanz und können beim Europäischen Gerichtshof beeinsprucht werden. (mimo, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.6.2008)