Bratislava - Entgegen den Erwartungen mancher Experten hat die Slowakische Nationalbank (NBS) am Dienstag erneut entschieden, die Leitzinssätze nicht zu verändern.

Die Slowakei will am 1. Jänner 2009 den Euro einführen und hat ihre Leitzinsen nun schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr geändert. Zuletzt hatte die Notenbank im April 2007 die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Seitdem liegt der zweiwöchige Satz für Rückkaufvereinbarungen (Repo) bei 4,25 Prozent. Der sogenannte Sterilisierungssatz für Taggeld beträgt 2,25 Prozent und der Tagesgeld-Refinanzierungssatz 5,75 Prozent.

Signale

Manche Finanzexperten hatten seit mehreren Monaten erwartet, dass die Slowakische Nationalbank ihren Leitzinssatz vollkommen an jenen der Europäischen Zentralbank (4,0 Prozent) anpassen werde. Nationalbank-Gouverneur Ivan Sramko hatte hingegen in den vergangenen Monaten mehrfach angedeutet, dass der slowakische Leitzinssatz auch bis knapp vor der Euro-Einführung um den derzeitigen Viertelprozentpunkt über dem Satz der EZB bleiben könne.

Daher äußern seit einigen Wochen immer mehr slowakische Bankexperten die Erwartung, dass die NBS ihre Leitzinssätze vor der geplanten Euro-Einführung überhaupt nicht mehr senken werde. Sie rechnen stattdessen damit, dass die EZB ohnehin schon im Juli ihren Leitzins um gerade jene 0,25 Prozentpunkte anheben könnte, um die der slowakische Satz bisher noch über dem der Eurozone liegt. (APA/dpa)