Foto: Lukas Hetzendorfer und Hannes Slawitscheck
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Cannes, die Stadt an der Côte d’Azur, wird für einige Wochen zum Zentrum der Werbebranche. Von Lukas Hetzendorfer und Hannes Slawitscheck.

Beim Abflug in Wien, welcher am 14.Juni war, hatten wir das Gefühl von Urlaub, Sonne, Strand und Meer in den Köpfen und wussten noch nicht ganz genau, was in Cannes auf uns zukommen wird. Am Flughafen in Nizza wurde uns schnell bewusst, was uns in Cannes erwarten wird: das Taxi, welches uns zum Hotel chauffierte, war kein gelbes nullachtfünfzehn Taxi, es war ein Straßenkreuzer sondergleichen. Gemeinsam mit den beiden österreichischen Vertretern der Kategorie Print, Anna Helmreich und Sandra Stuhlhofer, „drängten“ wir uns in den Wagen und wurden ins Hotel gefahren.

Cannes kann's

Dichtes Programm wartete dort auf uns, da wir leider nur wenige Tage in Cannes waren und viele Dinge zu erledigen hatten. Am Sonntag um 17:00 Uhr war der Termin für unser Briefing angesetzt, uns blieb also nicht viel (Frei-)Zeit.

Beim ersten Lokal, in das wir unseren Fuß setzten, wurden wir sofort belehrt, dass alle bösen Geschichten über die Gastfreundschaft der Franzosen der Wahrheit entsprechen. „This is France, so speak French!“ Nach diesen Worten kehrte uns die angesprochene nette Kellnerin den Rücken zu. Da unser Französisch auf Salut, Bonjour und Merci beschränkt ist, gingen wir etwas verwirrt in ein anderes Lokal – ohne nach einem Tisch zu fragen.

Anspruchsvolle Aufgabe

Das Briefing gestaltete sich als schwierig. Wie bereits erwähnt, erhielten wir am Sonntag die Aufgabenstellung zum Thema War Child, einer Non-Profit Organisation aus UK, die kriegsgeschädigte Kinder aus aller Welt unterstützt. Die Aufgabe war für die Kategorie Media etwas ungewöhnlich, da es direkt um das „Eintreiben“ von Spendengeldern ging. Eine weitere Schwierigkeit bestand darin, die vorgegebenen Zielgruppen (vereinfacht: Reiche und Superreiche Menschen) bestmöglich zu erreichen. Leider ein Ding der Unmöglichkeit, diese Bevölkerungsschicht über Medien im klassischen Sinn zu erreichen.

Nach den ersten drei Stunden Brainstorming beschlossen wir, auf Hinweis von Daniela Krautsack (cows in jackets), auf eine Party zu gehen, die von einer brasilianischen Werbeagentur veranstaltet wurde. Obwohl dutzende rassige Latinas auf uns warteten, sämtliche Drinks gratis waren und die Aussicht vom Balkon einfach atemberaubend war, konnten wir natürlich nicht damit aufhören, an das Briefing und die Aufgabenstellung zu denken. Letztendlich entschlossen wir uns nach ausführlichen Diskussionen am Heimweg für eine etwas ungewöhnliche, aber unserer Meinung nach, sehr innovative Lösung. Leider! Denn Italien gewann mit einer Strategie, die wir im Brainstorming-Prozess ebenfalls angedacht hatten – eine Art Versteigerung nach dem Vorbild von Licht ins Dunkel.

Kein Cordoba

Am Montag waren wir dann von 8 Uhr Vormittag bis 8 Uhr Abend im Palais de Festival, dem Festivalgebäude, „eingesperrt“. Zwölf Stunden hatten wir Zeit, eine Präsentation (natürlich auf Apple Key Notes) zu gestalten.

Nach anstrengender und vor allem nervenaufreibender Arbeit gaben wir unsere Ausführung ab. Danach sahen wir das Fußballmatch Österreich-Deutschland in einem englischen Pub. Einige Bier und einer bitteren Niederlage später stießen wir zu einer Party des holländischen Young-Lions-Teams. Diese hatten einen eigenen Strand gemietet, welcher ganz ungeniert zu einer tollen Partyzone umfunktioniert wurde, die von uns natürlich dementsprechend genutzt wurde. Am Heimweg, etliche Stunden später, hörten wir bereits die morgendlichen Vögelgesänge von Cannes.

Am nächsten Tag hielten wir die Präsentation vor einer Jury. Am Nachmittag wurde auf einer Pressekonferenz das Gewinnerteam bekannt gegeben, welches leider nicht Österreich war. Hinkebein an dieser Sache ist außerdem, dass das deutsche Team den 2. Platz errang, somit zum zweiten Mal innerhalb eines Tages das österreichische Team schlug (Fußballmatch am Vortag, Österreich – Deutschland 0:1). Trotzdem natürlich herzliche Gratulation.

Party

Am Abend klapperten wir sämtliche Parties und Lokalitäten in Cannes ab, bevor wir Mittwochvormittag schließlich unsere Heimreise antraten. Absolutes Highlight des Abends war die offizielle Young-Lions-Party am Dienstagabend, bei der ausschließlich die jungen Löwen von Cannes Eintritt gewährt wurde.

Fazit dieses Trips: 10.000 Werber in Cannes bedeuteten Luxus, Dekadenz und viele Parties. Bedanken möchten wir uns bei unserer FH St Pölten und bei ORF-Enterprise, die uns diesen Aufenthalt ermöglicht haben. Danke für diese wertvolle Erfahrung! (Von Lukas Hetzendorfer und Hannes Slawitscheck, Österreichs Vertreter beim Media-Young Lions-Bewerb)