Vorschlag für einen neuen Artikel 1 der Bundesverfassung: "Österreich ist eine populistische Republik. Ihr Recht geht von den Boulevardzeitungen aus".

Anzuführen wäre dazu einmal das Titelblatt von Österreich, in dem die laufende harte Anti-Gusi-Kampagne mit einer Soft Story über den (trotz Meinl-Troubles) Liebling Karl-Heinz Grasser gekoppelt wird ("Gusenbauer lässt seinen Frust raus", "Unfassbar: So schön wohnen Fiona und Grasser über den Dächern von Wien"). Aber das sind Spielereien. Unabdingbar wird die Verfassungsänderung hingegen durch einen Brief der SPÖ-Doppelspitze Gusi/ Faymann an Hans Dichand, Herausgeber der Krone, Faymann-Mentor und Betreiber einer hysterischen Anti-EU-Kampagne. Gusi und Faymann erklären, die SPÖ würde eine Volksabstimmung über einen allfälligen neuen EU-Vertrag anstreben.

Um das umsetzen zu können, müsste sie allerdings erst eine Koalition mit der Anti-EU-FPÖ eingehen. Einmal sehen, wie die Europapartei ÖVP auf diesen Kniefall reagiert. Der hundeliebende Krone-Herausgeber hat den Kanzler und den SPÖ-Vorsitzenden dazu gebracht, Apportel zu machen. (Hans Rauscher/DER STANDARD, Printausgabe, 27.6.2008)