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Dass die Mehrheit der IWC-Teilnehmer gegen den Antrag Dänemarks auf das Jagen von zehn Buckelwalen stimmte, lag an den kommerziellen Hintergründen, so der Sprecher der Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS.

Foto: REUTERS/Mike Hutchings
Santiago de Chile - Buckelwale bleiben vor den Harpunen der Walfänger geschützt - vorerst. Dänemark ist auf der Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) letztlich doch mit seinem Antrag gescheitert, zehn der symbolträchtigen Meeressäuger für die Bewohner Grönlands zum Abschuss freizugeben. Bei zwei Enthaltungen hätten 36 Mitglieder gegen den Antrag gestimmt und 29 dafür, berichtete Nicolas Entrup von der Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS am Donnerstag (Ortszeit) in Santiago de Chile. Walschützer reagierten erleichtert. Auch der deutsche Delegationsleiter Walter Dübner aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium begrüßte die Entscheidung. Seit 22 Jahren nicht mehr gejagt Buckelwale sind berühmt für ihre Gesänge. Die bis zu 30 Tonnen schweren und 19 Meter langen Tiere, die in allen Ozeanen zu Hause sind, werden seit Beginn des Moratoriums 1986 nicht mehr gejagt. Verlässliche Bestandsschätzungen gibt es nicht. Japan hatte im vergangenen Jahr angekündigt, die Jagd auf Buckelwale zu angeblich wissenschaftlichen Zwecken wieder aufzunehmen, diesen Plan nach internationalen Protesten jedoch wieder fallengelassen. Subsistenzwalfang schließt kommerzielle Zwecke aus Grundsätzlich ist der kommerzielle Walfang weltweit verboten, rund um die Arktis dürfen jedoch Ureinwohner zur Selbstversorgung eine kleine Zahl Wale erlegen. Dänemark hatte die Ausweitung dieses sogenannten Subsistenzwalfangs auf Buckelwale für die Grönländer beantragt. "Die Mehrheit der IWC-Teilnehmer erteilte aber auch erneut dem kommerziellen Walfang eine Absage, weil Dänemark nicht nur die Tötung der Buckelwale verlangte, sondern das Fleisch auch in ganz Grönland vermarkten wollte", betonte Entrup. Japan hatte zuvor seinen Antrag zurückgezogen, auch manchen seiner Küstengemeinden einen sogenannten Küstenwalfang nach dem Muster des Subsistenzwalfangs zu erlauben. Auch dort wäre das Walfleisch verkauft worden. "Eine Menge Geld verschwendet" Umweltorganisationen bewerteten die Tagung dennoch als enttäuschend, unter anderem weil auch wichtige Entscheidungen zum Walschutz im Interesse der Handlungsfähigkeit der stark zerstrittenen Kommission vertagt worden waren. Der Artenschutzexperte der Umweltstiftung WWF, Volker Homes, sprach von einem "Desaster". "Das einzige Ergebnis ist eine Art Waffenstillstand zwischen Walfang-Befürwortern und -Gegnern, um aus der völligen Handlungsunfähigkeit herauszukommen", sagte Homes der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag). Es sei "eine Menge Geld verschwendet worden, damit fast 2.000 Teilnehmer aus 80 IWC-Staaten eine Woche lang zusammenkommen". (APA/dpa)