Ena Takehiko, ein ehemaliger Kamikazeflieger

Foto: ARTE F
In Japan waren sie die tokubetsu kōgekitai , die "Spezial-Angriffseinheit" - außerhalb des Landes gingen sie in die Geschichte des Zweiten Weltkriegs als die "Kamikaze"-Piloten ein. Auch ihre Wahrnehmung ist unterschiedlich: In Japan werden die Piloten, die im Pazifikkrieg von 1941 bis 1945 vor allem amerikanische Stellungen angriffen, für ihre Selbstlosigkeit und Opferbereitschaft weiterhin geachtet. Im Westen wurden sie zum Symbol für Fanatismus bis zum Tod.

Wenig bekannt ist, dass neben den etwa 4.000 im Einsatz ums Leben gekommenen Piloten Hunderte Kamikazeflieger den Krieg überlebten. Die preisgekrönte Dokumentation der Regisseurin Risa Morimoto, in den USA als Tochter japanischer Einwanderer geboren, sucht einige dieser Überlebenden auf und protokolliert deren Aussagen. Und der Film beinhaltet auch eine persönliche Spurensuche: Erst vor einigen Jahren erfuhr Morimoto, dass ihr Onkel in seiner Jugend eine Kamikazeausbildung absolviert, dieses Geheimnis aber bis zu seinem Tode gehütet hatte.

Die Aussagen der vier interviewten Überlebenden, ergänzt durch Archivmaterial und Kommentare von Historikern, dokumentieren die Ausbildung junger Männer zu Selbstmordattentätern und zeigen vor allem eines: den verächtlichen Umgang eines militärisch autoritär geführten und expansiv ausgerichteten Staates mit seinen Soldaten. (red)