Wien - Unterrichtsministerin Claudia Schmied hat am Freitag zwei Gesetzes-Novellen in Begutachtung geschickt, mit der erste Schritte zur Verwaltungsreform im Schulbereich gesetzt werden.

Eine Novelle zum Pflichtschulerhaltungs-Grundsatzgesetz sieht vor, dass die Bundesländer selbst ihre Schulsprengel für den Pflichtschulbereich einteilen können. Als Vorbilder gelten Niederösterreich, das die mehr als 20 Bezirke und Städte zu fünf Bildungsregionen zusammengefasst hat, und Wien, wo die ganze Stadt ein einziger Schulsprengel ist. Zudem soll durch eine Novelle zum Landeslehrer-Dienstrecht Direktoren ermöglicht werden, zugleich mehrere Kleinst-Schulen zu leiten.

Effizienz steigern

Schulsprengel sind eine Art rechtlich umschriebenes "Einzugsgebiet" einer Schule. Damit wird die freie Schulwahl im Bereich der Pflichtschulen eingeschränkt: In welche öffentliche Pflichtschule ein Kind gehen muss, hängt vom Hauptwohnsitz ab - jede Schule wird einem bestimmten Einzugsgebiet ("Sprengel") zugeteilt, im Normalfall ist das bei Volks- und Hauptschulen die Wohnortgemeinde. Die Erlaubnis zum Besuch einer Schule außerhalb des Schulsprengels ist nur auf Antrag und nach einem Verfahren möglich. Durch die Überantwortung der Einteilung an die Länder werde diesen ermöglicht, "die idealen Lösungen für ihre regionalen Gegebenheiten zu finden", erklärte Schmied in einer Aussendung. Dies steigere die Effizienz in der Schulverwaltung.

Ein Direktor für mehrere Kleinst-Schulen

Mit der Änderung des Landeslehrer-Dienstrechts soll in Zukunft ein Direktor mehrere Schulen mit bis zu insgesamt zwölf Klassen leiten können. Weil Direktoren durch die Leitung einer Kleinst-Schule mit ein bis drei Klassen nicht ausgelastet seien, schaffe diese Maßnahme mehr Effizienz. "Ich möchte, dass das Steuergeld direkt zu den Kindern in die Klasse kommt und nicht in bürokratischen Strukturen verloren geht", sagte Schmied.

Dienstrecht

Als "Anreiz für Leistungsträger" sieht die Ministerin eine weitere Dienstrechts-Änderung. Demnach sollen Berufsschullehrer künftig Integrationsmaßnahmen für benachteiligte Jugendliche in die Unterrichtsverpflichtung einrechnen können. Als Beispiele werden etwa Detailabstimmungen mit der Berufsausbildungsassistenz, den Ausbildungseinrichtungen und den Eltern, das Erstellen individualisierter Lehrpläne oder von Kompetenzanalysen genannt. (APA)