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Endlich ein Europameister. So viel Erregung, Erfolgsgeschrei, Enttäuschung und allgemeine Verständnislosigkeit bewegte die Juniabende. Es war anstrengend, als Fußballfan und Fußballhasser. Selbst im TV.

Erschöpfte, vom Fußball Gezeichnete, Ruhe Suchende schätzen das nun folgende Sommerprogramm vielleicht wirklich. Denn das geht den gewohnten Gang und ergießt sich wiederholungsgeschwängert mit staubigen Uraltwestern, müden Serien und Moore/Connery-Bond-Filmen über EM-müde flimmernde Flachbildschirme.

Sollte es noch jemanden da draußen geben, der noch nicht alle "36 Kammern der Shaolin" (Donnerstag, Das Vierte) kennt, könnte er oder sie sich den wohl öftest wiederholten Eastern zum Einschlafen bei Weißwein (die Bier-EM ist aus!) konzentriert zu Gemüte führen.

Noch besser: Mit Keanu Reeves und Patrick Swayze in jugendlicher 90er-Action-Idylle durch "Gefährliche Brandung" gondeln (Dienstag, Kabel 1). Oder versuchen, die Rettung Whitney Houstons durchzuhalten ("Bodyguard", Donnerstag, Vox). Oder Charles Bronson bestaunen, wie er in Lendenschurz und hohen Stiefeln Rache sucht ("Chatos Land", Dienstag, Tele 5). Oder Götz George zuprosten, während er zwischen Macho und Weichei pendelt ("Schimanski", Montag, WDR).

Gott sei Dank kann diese Stimmung ein neuer, bestimmt aufregender Teil des "Bullen von Tölz" (Mittwoch, 20.15, ORF 1) und eine anschließende Helden-des-Alltags-Doku-Soap, in der der ORF mit der Rettung mitfährt ("Wiener Blut", 21.55) auch nicht mehr trüben. Der Sommer kann kommen. (pum/DER STANDARD; Printausgabe, 30.6.2008)