Johannesburg - Als Thabo Mvuyelwa Mbeki 1999 als zweiter Präsident des demokratischen Südafrika das politische Erbe seines Vorgängers Nelson Mandela antrat, galt er als vergleichsweise farbloser Technokrat. Vom großen Versöhner und Visionär Mandela versuchte sich der studierte Ökonom vor allem mit ambitionierten Projekten in der Außenpolitik als Architekt einer "afrikanischen Renaissance" abzusetzen. Er war die treibende Kraft hinter Afrikas ehrgeizigem Erneuerungsprogramm NEPAD.

International in die Kritik geraten ist der passionierte Pfeifenraucher mit seiner wohlwollenden Stillhalte-Politik gegenüber dem Regime von Präsident Robert Mugabe im Nachbarland Simbabwe. Der auf Kritik meist dünnhäutig reagierende Präsident ist in der Simbabwe-Krise offizieller Vermittler der Entwicklungsgemeinschaft Südliches Afrika (SADC) - einer von Südafrika dominierten regionalen Staatengemeinschaft.

Schwach im eigenen Land

Auch im eigenen Land ist seine Position geschwächt. Mbeki, der lange Zeit wegen seines wirtschaftlichen Stabilitätskurses auch international geachtet war, wurde Ende 2007 als Vorsitzender des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) nicht wiedergewählt. Stattdessen wurde der von ihm wegen diverser Skandale und Justizverfahren geschasste frühere Vize-Präsident Jakob Zuma neuer ANC-Chef. Ihm werden auch gute Chancen auf die Nachfolge Mbekis im Präsidentenamt eingeräumt, der im April 2009 nach Ablauf seiner zweiten Amtszeit in den Ruhestand treten wird.

Der am 18. Juni 1942 im Südosten des Landes in Idutywa als Sohn eines ANC-Aktivisten geborene Mbeki war nach dem ANC-Verbot in Südafrika 1960 zunächst in den Untergrund gegangen, bevor die Organisation ihn 1962 ins Exil schickte. Er arbeitete im Londoner ANC-Büro, erhielt 1970 eine militärische Ausbildung in der damaligen Sowjetunion und war dann oft in diplomatischer Mission in Afrika. 1989 wurde Mbeki eine Art Schatten-Außenminister. Nach Beginn der Reformpolitik 1990 war er aktiv an Verhandlungen über den Aufbau einer Demokratie in der Kap-Republik beteiligt. (dpa)