Die Wirtschaftsprognosen für Österreich vor der EURO waren euphorisch: Rund 640 Mio. Euro an Wertschöpfungseffekten, 13.000 Jobs sollten durch die drittgrößte Sportveranstaltung der Welt nachhaltig entstehen. Mit diesen Argumenten sollten alle Skeptiker ruhiggestellt werden. Inwiefern das nun eingetreten ist? Nun, nichts Genaues weiß man nicht.

Denn seitens der Bundesregierung sei noch kein Auftrag zur Evaluierung der Prognose an SportsEconAustria ergangen, jenes gemeinnützige Institut für Sportökonomie, das unter der Leitung von Industriellenvereinigung-Volkswirt Christian Helmenstein die Zahlen fabriziert hat. Auch die geplante Erhebung der Einkaufsmuster der Fußball-Fans während der EURO habe nicht stattgefunden, "ein Versäumnis" , sagt Helmenstein zum STANDARD.

Ohne Daten zu haben, glaubt Helmenstein aber, dass der Einzelhandel besser abgeschnitten haben dürfte als prognostiziert – unter anderem dank des Fortkommens der Sbornaja im Turnier und des damit verbundenen Aufkommens zahlungskräftiger russischer Fans. Bei der Zahl der Nächtigungen pro Person hingegen dürfte es sich doch eher in Richtung zwei Nächte als jene vier bewegt haben, die von optimistischen deutschen Studien zuvor unterstellt worden seien. Die Umsätze dürften aber gestiegen sein – siehe: mehr Russen. Helmenstein will nun erheben, ob die EURO einen nachhaltigen Effekt auf den Arbeitsmarkt gehabt hat, zumal vor allem niedrig qualifizierte Personen über Security- oder Gastro-Jobs den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben geschafft haben könnten. (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.7.2008)