Graz – "Ich freue mich über meine Wiederbestellung" , kommentiert Veronica Kaup-Hasler, die Intendantin des Gegenwartskunst-Festivals steirischer herbst, die Verlängerung ihres Vertrages bis 2014 im Gespräch mit dem Standard.

Als die zwischen der Stadt Graz und dem Land Steiermark ausgemachte Verlängerung am Freitag – wie berichtet – durch den SP-Kulturlandesrat Kurt Flecker den Medien mitgeteilt wurde, wusste Kaup-Hasler noch nichts von ihrem Glück. "Es hat positive Signale gegeben, aber über Details wurde mit mir nicht verhandelt" , so die herbst-Chefin. Dies bestätigt auf Nachfrage der Aufsichtsratsvorsitzende des Festivals und Präsident des Oberlandesgerichtes in Graz, Heinz Wietrzyk.

Überraschend ist daher das Papier, das am Montag in der Landesregierungssitzung beschlossen wurde, das Kaup-Hasler aber nicht kannte. Darin heißt es: "Die Bestimmungen des bestehenden Geschäftsführervertrages, insbesondere betreffend die Bezüge, sollen unverändert in den neuen Vertrag übernommen werden."

Über die "Usancen in der Steiermark" wundert sich auch Otto Hochreiter, der in Graz gerade das dritte Jahr als Stadtmuseumsleiter mit erfolgreicher Bilanz beendet hat und nun überlegen muss, sich "um die eigene Nachfolge zu bewerben" . Sein Vertrag wird nicht verlängert, obwohl man – so Stadträtin Eva-Maria Fluch (VP) – "hoch zufrieden mit ihm ist" . Hochreiter will "die Ausschreibung zuerst sehen. Nur wenn mein Kurs, also jener der Europäisierung und der zeitgenössischen Kunst, fortgeführt werden soll, fühle ich mich angesprochen und bewerbe mich." (Colette M. Schmidt, DER STANDARD/Printausgabe, 01.07.2008)