Miami - Der US-Bundesstaat Florida hat am Montag Klage gegen den größten US-Baufinanzierer Countrywide wegen betrügerischer Praktiken bei der Hypothekenvergabe eingereicht. In der Klage wird dem Unternehmen vorgeworfen, es habe Hypotheken an Kunden ausgegeben, die erkennbar nicht zur Rückzahlung in der Lage gewesen seien.

Außerdem seien teure Hypotheken für Kreditnehmer mit geringer Bonität an Kunden ausgegeben worden, die die Bedingungen für günstigere Angebote erfüllt hätten. Auch seien Kunden falsch über die Zinssätze für die Rückzahlung informiert worden. Ziel der Praktiken sei es gewesen, ungeachtet der Kreditrisiken den Unternehmensgewinn in die Höhe zu treiben.

Mit der Klage, die sich namentlich gegen Countrywide-Chef Angelo Mozilo richtet, folgt Florida dem Schritt von Kalifornien und Illinois, die sich vergangene Woche an die Gerichte wandten. Der Name des Baufinanzierers ist eng mit dem US-Eigenheimboom verbunden - und mit dem darauffolgenden Kollaps des Marktes: Viele weniger begüterte Hypothekennehmer haben mittlerweile ihre Häuser verloren, weil sie die gestiegenen Zinssätze nicht mehr bezahlen konnten.

Am Mittwoch hatten die Countrywide-Aktionäre dem Verkauf des Unternehmens an die Bank of America zugestimmt. Diese will die Übernahme noch diesen Monat abschließen. Ein Sprecher des Geldhauses lehnte eine Stellungnahme zu der Klage Floridas ab. (APA/Reuters)