Zürich - Die angeschlagene Schweizer Großbank UBS hat für den 2. Oktober die dritte Generalversammlung (GV) in diesem Jahr einberufen. Die Verwaltungsräte Stephan Haeringer, Rolf Meyer, Peter Spuhler und Lawrence Weinbach treten aus dem zwölfköpfigen Gremium zurück.

Die Namen der Nachfolger sollen "rechtzeitig" vor der außerordentlichen Generalversammlung bekannt gegeben werden, schreibt UBS in einer Mitteilung vom Dienstag. Bei der Evaluation von Verwaltungsratskandidatinnen und -kandidaten sei die Bank in der Phase der engeren Wahl.

Die Mehrheit der neuen Verwaltungsräte werde über namhafte Erfahrung in Banking, Finanzen und Risikomanagement verfügen. Die Großbank reagiert damit auf die Vorwürfe, das Gremium sei mit der Kreditkrise überfordert gewesen.

Angaben zum Geschäftsgang machte die UBS nicht. Der Markt erwartet für das abgelaufene zweite Quartal 2008 weitere Abschreibungen in Milliardenhöhe.

Abgeschlossen ist die bei der ordentlichen Generalversammlung vom 23. April angekündigte Überprüfung der Corporate Governance. Der Governance- und Nominations-Ausschuss hat neue organisatorische Bestimmungen erarbeitet, die mit sofortiger Wirkung in Kraft gesetzt werden, wie es heißt. Hauptelemente sind die klare Abgrenzung der Rollen und Verantwortlichkeiten von Verwaltungsrat und operativem Management sowie die Stärkung der Aufsichtsfunktion des Verwaltungsrates durch die Tätigkeit seiner Ausschüsse.

Strategiefestlegung

Der Verwaltungsrat trägt demnach die klare Verantwortung zur Strategiefestlegung. Er überprüft und überwacht die Geschäftsführung. CEO und Konzernleitung tragen demgegenüber die volle Verantwortung für das operative Management der Bank. Aufgaben und Kompetenzen des früheren Chairmans Office wurden einer erweiterten Zahl von Ausschüssen des Verwaltungsrates übertragen, einschließlich eines Risiko- und eines Strategieausschusses.

"Wir haben eine Grundlage für die effiziente und konsequente Ausübung unseres Mandates", wird Verwaltungsratspräsident Peter Kurer zitiert. Sergio Marchionne wird zum Senior Independent Director und damit zum unabhängigen Vertreter der nicht im Unternehmen angestellten Verwaltungsräte ernannt.

Auf die Funktion eines vollamtlichen Vizepräsidenten wird nach dem Rücktritt von Stephan Haeringer voraussichtlich verzichtet werden.

Bei der außerordentlichen Generalversammlung vom 2. Oktober werden Verwaltungsrat und Strategieausschuss "aller Voraussicht nach" in der Lage sein, über Überprüfung der Strategie der Bank und ihrer Geschäftsfelder zu informieren. Im Raum stehen der von einigen Investoren geforderte Verkauf des Investmentbankings sowie weitere Spartenverkäufe. (APA/sda)