Wien – Es hat schon etwas auf sich, dass die O-Töne so und nicht etwa Ö-Töne heißen. Zwar fokussiert das schon im fünften Sommer seines Bestehens gut eingespielte Festival ausschließlich auf österreichische Autoren. Das ist freilich kein Zeichen eines literarischen Hurra-Patriotismus, es begründet sich vielmehr aus dem Anspruch, die hiesige Literatur in ihrer ganzen Spannweite zu zeigen.

Die Autoren dürfen sich dazu gemütlich ausbreiten. Ein typischer O-Töne-Abend gehört einem Text allein, der nach einer kurzen Vorstellung durch einen Literaturwissenschafter oder Kritiker in einer ausführlichen Lesung vorgestellt wird. Ohne Stoppuhr oder eitle Moderatoren. Das erfolgreiche Konzept bleibt auch heuer unverändert, wie auch der Zeitrahmen: Jeweils donnerstags im Juli und August wird ein anderer Freiluft-Platz im Museumsquartier zur Lesebühne.

Angesichts des Austragungsortes verwundert es nicht, dass die von Christoph Möderndorfer organisierten O-Töne, gutes Wetter vorausgesetzt, vom Publikum meist sehr gut angenommen werden. Die große Festival-Frage dürfte 2008 sein: Was kommt nach dem angeblichen Jahrhundertsommer der österreichischen Literatur? Der Nachsommer? Das Jammertal? Auffällig ist auf jeden Fall, dass die Programmierung (siehe unten) durch "Volltext"-Herausgeber Thomas Keul heuer fast bestsellerfrei erfolgt ist.

Jeden Donnerstag ab 3.7. um 20.30 im Museumsquartier, 7., Museumsplatz 1 (im Haupthof, bei Schlechtwetter im quartier21). (Sebastian Fasthuber / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.7.2008)