Das Buch beginnt mit einer netten Idee für die inneren Umschlagseiten: Vorn findet sich ein wirres Bild von verschiedenen Eisenbahnstrecken, nur eine führt zum Ziel, in den Hühnerstall. Am Buchende findet sich dann die Auflösung. Dass hier ein Zug den richtigen Weg finden soll, ist natürlich kein Zufall. Dr. Brumm fährt Zug heißt das neue Buch von Daniel Napp. Der deutsche Kinderbuchautor hat mit Dr. Brumm, einem lustig gezeichneten Bären, längst einen Serienstar. "Dr. Brumm versteht das nicht" oder "Dr. Brumm geht baden" lauteten die Titel anderer Bärenabenteuer. Im neuen Band spielt das große Kuscheltier mit dem freundlichen Gesicht mit seiner Eisenbahn. "Wenn du groß bist, wirst du mal ein richtiger Lokomotivführer", sagt "Pottwal" - der aber eher das genaue Gegenteil ist: nämlich ein Goldfisch im Wasserglas. "Von wegen", ruft der Bär, und die Geschichte beginnt. Dr. Brumm weiß, wo eine richtige Lok steht, eine alte, die - leider - dann doch funktioniert. Während der Fahrt muss der Bär feststellen, dass er das Gefährt nicht bremsen kann. Und der Weg führt direkt zu einer einsturzgefährdeten Brücke. Ob und wie er diese verhindert, ist nachzulesen. Napps Geschichte ist spritzig gezeichnet, man lebt mit dem Bären bei seiner tollkühnen Fahrt so richtig mit - will bremsen, wenn er es probiert (und scheitert), fürchtet die Brücke wie er (und Pottwal). Dem Autor ist ein kurzweiliges Bilderbuch gelungen - Dr. Brumm darf also ruhig fortgesetzt werden. (Peter Mayr/DER STANDARD - Printausgabe, 5.7.2008)