Wien - Die Wiener Gebietskrankenkasse steht erneut vor der Pleite, berichtet das "WirtschaftsBlatt" (Donnerstag-Ausgabe). WGKK-Obmann Franz Bittner erklärte, "mit mehr als 617 Millionen wollen wir uns nicht verschulden. Dann stellen wir einen Konkursantrag." Diesen Schuldenstand wird die Wiener Kasse laut Bittner im Februar kommenden Jahres erreichen, sollte sich am aktuellen Finanzierungsmodell nichts ändern. Derzeit betrage das Minus 543 Millionen Euro.

22 Prozent des Jahresumsatzes

"Unsere Schulden betragen 22 Prozent des Jahresumsatzes. Die 20 Millionen jährliche Zinsen könnten die gesamte Zahnprothetik in Wien finanzieren", sagt Bittner. Sein Ziel sei es, den Bund zu zwingen, "zu definieren, wie weit sich eine Kasse verschulden darf" und im Fall des Überschreitens die politische Verantwortung zu übernehmen.

Die Verhandlungen über die Gesundheitsreform zwischen den Regierungsparteien sind ja - ebenso wie kurz darauf die Koalition - gescheitert. Offen bleibt, wie es mit jenen Krankenkassen weitergehen soll, die sich in einer prekären finanziellen Lage befinden. Bittner hatte bereits zuletzt auch unter Hinweis auf die Kassen in Kärnten und der Steiermark gemeint, sollten diese in die Zahlungsunfähigkeit rutschen, würde das auch für die Patienten Folgen haben, was im Klartext Selbstbehalte bedeuten würde. Allerdings glaubt der Chef des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger, Erich Laminger, an eine Übergangsfinanzierung. Zumindest im Punkt keine weiteren Selbstbehalte hatten SPÖ und ÖVP übereingestimmt. (APA)