Wien - Während sich die beliebten Sommerkinos mit ihren unterschiedlichsten Programmen Mitte Juli teilweise schon dem Ende zuneigen, startet in der Alten Schmiede am kommenden Dienstag ein etwas anderes Sommerkino: In Form von Videodokumentationen von August Bisinger wird eine Retrospektive auf fünf Veranstaltungen der Reihe "Grundbücher der Österreichischen Literatur" geboten. Den Beginn macht die literarische Diskussion über Ingeborg Bachmanns "Die gestundete Zeit" am 15. Juli um 19 Uhr. Als "Vorleser" und Kommentator fungierte bei der Veranstaltung am 1. März 2002 Robert Schindel, Hans Höller hielt das Referat.

In dem filmischen Rückblick auf die seit 2001 laufende "Grundbücher"-Programmschiene werden in weiterer Folge die Veranstaltungen über Konrad Bayers "Der sechste Sinn" (17. Juli, Lesung und Kommentar von Franz Schuh), Reinhard Priessnitzs "Vierundvierzig Gedichte" (22. Juli, Ulf Stolterfoht), Doderers "Die Dämonen" (24. Juli, Robert Menasse) und zuletzt Marianne Fritz' "Dessen Sprache du nicht verstehst" (29. Juli, Michael Köhlmeier) gezeigt. Die Video-Vorführungen von August Bisinger beinhalten jeweils eine Lesung eines bekannten Schriftstellers wie auch eines längeren Kommentares vonseiten eines Literaturwissenschaftlers über die präsentierten Werke. Ebenfalls Eingang finden die dokumentierten Diskussionsbeiträge des Publikums.

Bislang 26 Grundbücher

Die "Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945" wurden von Kurt Neumann, Klaus Kastberger und Regina Pintar - sie ist Leiterin des Adalbert Stifter-Literaturhauses in Linz, welches Kooperationspartner des Projektes ist - ins Leben gerufen. Bisher hält man beim 26. Grundbuch, die nächste Vorstellung am 8. Oktober ist Erich Hackls Erzählung "Abschied von Sidonie" gewidmet. Über die ersten 25 besprochenen und diskutierten Grundbücher erschien im vergangenen Jahr im Zsolnay Verlag ein Sammelband unter der Herausgeberschaft von Kastberger und Neumann.

Die "Grundbücher"-Reihe verfolgt laut Veranstalter die Idee, "bekannte, aber auch nicht so bekannte, jedenfalls aber wesentliche Prosa und Lyrik coram publico einer neuen Bewertung zu unterziehen".

Mit einer Unterschriftenaktion hatte die IG Autorinnen Autoren Anfang Juni die Wiener Kulturpolitik aufgerufen, eine Bestandsgarantie für die Alte Schmiede an ihrem bisherigen Standort abzugeben und ihr "die ungehinderte Fortsetzung ihrer Arbeit zu ermöglichen". Durch einen Eigentümerwechsel ist das Haus mit anstehenden baulichen Veränderungen konfrontiert. (APA)