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Los Angeles - Wissenschafter haben vor der Küste Südkaliforniens gleich zwei unterseeische Spalten entdeckt, die Erdbeben der Stärke 7,6 auslösen könnten. Die Forscher der Universitäten Harvard und Boulder stießen bei der Analyse von Schallwellen auf die Risse, die von außen nicht sichtbar sind. Die Thirtymile-Bank-Spalte verläuft südlich der Insel Santa Catalina, die Oceanside-Spalte erstreckt sich südlich von Laguna Beach. Beide reichen bis nach San Diego und möglicherweise weiter bis Mexiko, wie die Wissenschafter am Sonntag berichteten. Die Forscher schätzen die Wahrscheinlichkeit eines durch die Spalten verursachten schweren Bebens allerdings gering ein: im Fall der Thirtymile-Bank-Spalte auf einmal pro 2.100 Jahre, im Fall der Oceanside-Spalte alle 8.000 Jahre. Dennoch gelten beide als besonders gefährlich, weil sie nicht horizontal aneinander reiben, sondern sich gegenseitig wie auf einer Rampe überlagern. Dadurch erhöht sich der vertikale Druck. Dies ist laut Forschungsleiter John Shaw vor allem für große Gebäude wie etwa Hochhäuser gefährlich. Zudem könnte die vertikale Bewegung im Ozean riesige Wellen auslösen - so genannte Tsunami. Schwache bis mittlere Erdbeben können jedoch durchaus häufiger auftreten. So glauben die Forscher, dass die Thirtymile-Bank-Spalte bereits 1986 ein Erdbeben der Stärke 5,3 ausgelöst hat. Wegen mangelnder Forschungsergebnisse und Erfahrungen warnen die Wissenschafter aber vor verfrühten Schlüssen. "Es kann sein, dass hin und wieder kleine Erdbeben auftreten, und sich dann urplötzlich eine ganze Platte mit einem Schlag verschiebt", erklärte Tom Henyey, der Leiter des Südkalifornischen Erdbebenzentrums. (APA/AP)