Hamburg- Der neue Präsident der Weltorganisation der Historiker, Jürgen Kocka, sieht die Hauptaufgabe seiner Amtszeit darin, die überwiegend europäisch-nordamerikanische Basis der Organisation auszuweiten: "Die Geschichtswissenschaft muss sich verstärkt den Herausforderungen der radikalen Internationalisierung stellen", äußerte der Professor der Freien Universität Berlin anlässlich des Deutschen Historikertags in Aachen, der vom 26. bis zum 29. September unter dem Motto "Eine Welt - eine Geschichte?" stattfand. Dem 1926 gegründeten "Internationalen Komitee der Geschichtswissenschaften" gehören 65 nationale Historikerverbände an. Der nächste der alle fünf Jahre organisierten Welt-Historikerkongresse soll 2005 in Sydney stattfinden und mit dessen Nachbarschaft zum südostasiatischen Raum auch ein Zeichen im Sinne der Ausweitung setzen. Die Entscheidung für Sydney war Mitte August auf der Vollversammlung in Oslo gefallen. Dort war auch eine Erklärung gegen den Rechtsradikalismus verabschiedet worden. Sie bringt Besorgnis über "die Zunahme von rechtsgerichteten Demonstrationen und Anschlägen in Europa" zum Ausdruck. Die Unterzeichner verurteilen alle "Zeichen von Barbarei". (dpa/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2. 10. 2000)