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Cambridge - Forschern der Harvard University ist es gelungen, genau definierte Mikrostrukturen aus einzelnen Zellen und Polystyrolkügelchen aufzubauen. Dabei werden die einzelnen Bausteine mit Hilfe eines stark fokussierten Laserstrahls, einer so genannten "optischen Pinzette", festgehalten und präzise aneinander gefügt. Wie George Whitesides und seine Mitarbeiter zeigen konnten, reicht die Energie von Lichtquanten bereits aus, um biologische Zellen oder Polystyrolkügelchen wie mit einer Pinzette festzuhalten und zu bewegen. Trifft der Laserstrahl auf eine einzelne, optisch transparente Zelle, wird der Strahl wie bei einer Linse gebrochen und die Richtung des Lichtstrahls ändert sich. Dabei wird eine Kraft auf die Zelle ausgeübt, so dass sie im Zentrum des Lichtes festgehalten wird. Wird der Strahl bewegt, bewegt sich auch die Zelle mit. Dabei sind die optischen Pinzetten so sanft, dass die Zelle keinen Schaden nimmt. Genau definierte Mikroaggregate aus lebenden Zellen sind für verschiedene Bereiche interessant, beispielsweise für Versuchsanordnungen, bei den biologische Zellen als Sensoren genutzt werden. In der biochemischen Grundlagenforschung können solche Strukturen unter anderem zur Untersuchung des Wachstums von Zellen oder der Signalübertragung zwischen Zellen genutzt werden. "So ein Arrangement aus verschiedenartigen Zellen ist dazu geeignet, Wechselwirkungen zwischen einzelnen Zellen, aber auch Unterschiede in der Wirkung von Pharmaka und Toxinen auf verschiedene Zelltypen gleichzeitig zu untersuchen" erläutert Whitesides. Nach Angaben des Forschers ist die Mikrofabrikation mit Licht aber nicht auf biologische Systeme beschränkt. Sie könne sich, so Whitesides, zu einem generellen Werkzeug zum Aufbau von Mikroobjekten aller Art entwickeln lassen. (pte)