Innerhalb einer einzigen Generation - in 25 Jahren - haben die Frauen in Österreich mächtig aufgeholt. 1986 gab es erstmals mehr Maturantinnen als Maturanten. 1991 wurden gleich viele männliche und weibliche Erstinskribenten an den Unis registriert. Mittlerweile studieren insgesamt mehr Frauen als Männer. Und spätestens ab 2005 wird es mehr weibliche als männliche Absolventen geben.Die Statistik wird derzeit völlig umgedreht Der Männeranteil an den Studienanfängern der Unis von 1973 - damals 60 Prozent - wird dem Frauenanteil im Jahr 2002 entsprechen. Es dürfte somit nur mehr eine Frage der Zeit sein, bis Frauen auch in höhere Universitätskarrieren vordringen. Denn da schaut es nach wie vor zappenduster aus: Nicht einmal jede zehnte Professorenstelle ist weiblich besetzt - die Steigerung findet in Zeitlupentempo statt. An der "Basis" steigt der Frauenanteil aber rapide, was zum Teil auch an der Gründung der Fachhochschulen lag. Sie ziehen mehr Männer an (und von den Universitäten ab), was mit den stark technikorientierten Sparten zusammenhängt. Fachhochschulen werden zu rund drei Viertel von Männern besucht. Bei der Fächerwahl entscheiden Frauen häufig noch immer wenig emanzipiert: Knapp die Hälfte aller Studienanfängerinnen hat in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten ein Studium an philosophischen Fakultäten begonnen. Diese Studiengruppe wird nur von einem Fünftel der Männer gewählt. Beispielsweise in Germanistik sind bis zu 85 Prozent der Erstinskribenten weiblich. Ähnlich sieht es beim Dolmetsch- und beim Pharmaziestudium aus. Klassische "Männerstudien" sind hingegen technische Fächer inklusive Montanistik. Mehr Männer gibt es weiters in Theologie, Jus, Betriebswirtschaftslehre und an der Universität für Bodenkultur. Mehr Medizinerinnen Insgesamt haben aber nur mehr sieben Studienrichtungen eine männliche Mehrheit. Und in der Betriebswirtschaft steigen die Frauen ebenfalls bereits mächtig aufs Gaspedal: Ihr Anteil ist von einem Viertel in den 70er-Jahren auf nunmehr knapp die Hälfte gestiegen. In der Medizin gibt es schon seit 1980 mehr Frauen als Männer. Mittlerweile beträgt der Frauenanteil in diesem Fach sogar zwei Drittel. Medizin ist - nebenbei bemerkt - ein Fach mit besonders hoher Erfolgsquote: Hier gibt es deutlich weniger Studienabbrecher als anderswo. Fremdsprachen, Germanistik, Psychologie, Publizistik und historische Studien haben die höchsten Dropouts. Weniger Uni-Techniker Wie sieht die Bildungsprognose für die nächsten zwanzig Jahre aus? Jeder zweite junge Österreicher wird im Jahr 2020 eine höhere Schule absolviert haben, meinen die Autoren Frank Landler und René Dell'mour. Auch weiterhin werden vorwiegend Männer die Fachhochschulen besuchen. Noch vor dem Jahr 2010 erwartet man hier eine jährliche Absolventenzahl von rund 5100 Personen. Damit käme auf zwei Universitätsabgänger ein FHS-Absolvent. Hier findet eine Art Studentenaustausch mit den Unis statt: Das werden vor allem die technischen Studienrichtungen an der Uni mit Hörer-Rückgängen spüren. Eines haben die Forscher in ihren Prognosen bisher freilich nicht berücksichtigt: wie sich die neuen Studiengebühren künftig auf die Studentenströme auswirken werden.