Wien - Der Wiener Caritas-Direktor Michael Landau hat am Donnerstag eine "Entschleunigung" der Sparpläne gefordert und "vor einem Armutsschub in Österreich, der durch die Sparpläne der Regierung ausgelöst werden könnte", gewarnt. "Ich habe den Eindruck, dass derzeit die Richtung nicht stimmt: statt das soziale Netz armutsfest zu machen und vorhandene Lücken zu schließen, wird bei den Schwächsten gespart und werden neue Lücken geöffnet" sagte Landau bei der Präsentation der Broschüre "Unfrei_willig ausgegrenzt in Wien und Niederösterreich" auf dem Wiener Stephansplatz. Der Caritas-Direktor betonte den Zusammenhang zwischen Armut und Arbeitslosigkeit. Etwa 60 Prozent der KlientInnen, die Beratungsstellen aufsuchen, sind arbeitslos, davon wiederum 60 Prozent langzeitarbeitslos. Menschen, die zwar eine Erwerbsarbeit haben, aber trotzdem immer wieder kommen, seien vielfach nur teilzeit- oder geringfügig beschäftigt oder sie haben nur befristete Arbeitsverträge. Frauen betroffen Von Armut und Ausgrenzung betroffen sind vor allem Frauen. 75 Prozent der KlientInnen sind weiblich. Außerdem sind die Menschen, die um Unterstützung anfragen, relativ jung. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 35 Jahren. Landau betonte, dass diese Menschen zum allergrößten Teil nicht freiwillig in die Armut geraten sind. Auslöser seien häufig "biografische Brüche", Arbeitsplatzverlust, Verlust deR LebenspartnerIn oder Krankheit. Die Broschüre "Unfrei_willig ausgegrenzt in Wien und Niederösterreich" ist in Kooperation der Caritas mit der Katholischen Sozialakademie Österreichs entstanden. Darin werden mit Fallbeispielen Armut und soziale Ausgrenzung in Österreich sowie die Hilfsangebote der Caritas dargestellt. (APA)