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Foto: REUTERS/Qusini

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Nablus - Nur wenige Stunden nach dem Abzug israelischer Soldaten vom vermeintlichen Josephs-Grab haben Palästinenser die israelische Enklave in Nablus im Westjordanland gestürmt. Die palästinensische Polizei hatte das Gelände zunächst gesichert. Als sich immer mehr Menschen dort versammelten, um den "Sieg über Israel" zu feiern, kletterten Dutzende über die Mauer und drangen in die Enklave ein und verwüsteten das Gelände. Sie setzten auch eine Baracke in Brand. Nach den Unruhen vom Freitag ist am Samstag ein weiterer Palästinenser gestorben. Ein nahe der israelischen Siedlung Elon Moreh bei Nablus von israelischen Soldaten angeschossener 23-jähriger Palästinenser erlag nach Angaben einer Klinik in Nablus am Samstag seinen Verletzungen. Damit kamen seit Ausbruch der Unruhen mindestens 87 Menschen - 74 Palästinenser, zehn israelische Araber und drei Israelis - ums Leben. Grab stand seit Ausbruch der Gewaltwelle unter Beschuss Das Grab, eine kleine israelische Enklave in Nablus, stand seit Ausbruch der jüngsten Gewaltwelle vor rund einer Woche täglich unter Beschuss. In der Nacht hatte der israelische Ministerpräsident Ehud Barak einen vorübergehenden Abzug der israelischen Soldaten vom Grabmal angeordnet. Es handelt sich um das erste Mal, dass Israel als direkte Reaktion auf palästinensische Gewalttaten Gelände aufgibt. Die Soldaten, die das Grabmal schützen sollen, waren vor Morgengrauen abgezogen. Dabei sei ein Soldat verletzt worden. Israel vertraute auf Schutz durch Palästinenser-Polizei In einer Erklärung der Armee hieß es, die Stätte sei im Vertrauen darauf geräumt worden, dass die palästinensische Führung ihn schützen werde. Barak habe die Entscheidung auf Empfehlung seines Stabschefs und des Inlandsgeheimdienstes Shin Beth getroffen. Zu Beginn der 80er Jahre wurde auf dem Gelände des Grabs eine Synagoge und ein Talmud-Institut errichtet. Obwohl Nablus seit dem Rückzug Israels 1995 zum palästinensischen Verwaltungsgebiet gehört, war das "Josephs-Grab" weiterhin in israelischer Hand geblieben. Wegen wiederholter Angriffe von Palästinensern verwandelten die Israeli die Stätte in eine regelrechte Festung. (APA/AP)