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Frankfurt/Main (APA/AP) - Tausende Palästinenser haben am Samstag in mehreren deutschen Städten gegen das Vorgehen der Israelis auf dem Tempelberg in Jerusalem demonstriert. Dabei wurde die Essener Synagoge mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen. An dem jüdischen Gotteshaus entstand laut Polizei Sachschaden in Höhe von umgerechnet rund 700.000 Schilling (51.129 Euro), ein Beamter erlitt leichte Kopfverletzungen. Kundgebungen in mehreren deutschen Städten 110 Demonstranten wurden wegen des Verdachts auf schweren Landfriedensbruch vorübergehend festgenommen. Auch in Frankfurt am Main, Bonn, Münster, Lippstadt und Herford gab es Proteste, die allerdings friedlich verliefen. In Frankfurt am Main berichtete die Polizei von rund 600 Demonstranten, die am Vormittag durch die Innenstadt zogen und sich zu einer Kundgebung versammelten. Wie auch in Essen und anderen Städten standen jüdische Einrichtungen unter besonderem Polizeischutz. Schüsse aus eine Schreckschuss-Pistole Die Polizei in der Ruhrgebietsstadt meldete, die vorwiegend libanesischen Männer hätten die Beamten vor dem jüdischen Gotteshaus mit Steinen beworfen und Schüsse aus einer Schreckschusspistole abgefeuert. Später schlossen starke Polizeikräfte eine Gruppe von etwa 60 Männern und Frauen ein und nahm sie fest. Eine Polizeisprecherin sagte, die Beamten vermuteten darunter die Steinewerfer. In Bonn versammelten sich ebenfalls rund 600 Palästinenser, um ihre Unterstützung für die Landsleute in den Autonomiegebieten kundzutun. Hier blieb es nach Polizeiangaben ebenso ruhig wie in Münster, wo rund 450 Palästinenser marschierten. In Lippstadt waren es nach Polizeiangaben rund 90 Männer, Frauen und Kinder, in Herford sprach die Polizei von 100 Teilnehmern. Bereits am Freitag hatten rund 3.000 Palästinenser in Berlin demonstriert. Die Kundgebungen verliefen in gespannter Atmosphäre, die Polizei sprach aber von einem weitgehend friedlichen Verlauf. Am Brandenburger Tor verbrannten Demonstranten bemalte Tücher, die offenbar auf die Fahne Israels hinweisen sollten.