Wien - "Zwei entscheidende Daten müssen von den Sparbuchinhabern im Auge behalten werden, der 1. November 2000 und der 30. Juni 2002", so die Sparbuchexpertin der Erste Bank, Christa Fritsch. Ab 1. November dürfen Sparbücher nur mehr mit Ausweis und Identitätsfeststellung eröffnet werden. Auch Einzahlungen und Überweisungen dürfen nur mehr auf identifizierte Sparbücher erfolgen, ansonsten sie zurück überwiesen werden. Ab 1. Juli 2002 ist dann das Aus für die anonymen Sparbücher besiegelt. Die ab 1. November 2000 in Kraft tretenden neuen Sparbuch-Vorschriften enthalten Übergangsfristen bis zum 30. Juni 2002. So sieht der Fahrplan zur Umstellung der anonymen Sparbücher aus: Bestehende Sparbücher Regelung für bestehende (anonyme) Sparbücher:
  • Ab 1. November 2000: - Keine Neueröffnung anonymer Sparbücher mehr möglich - Keine Bareinzahlungen und Überweisungen auf anonyme Sparbücher (Ausnahme: abschmelzende Wertpapierdepots bis 30. Juni 2002) - Präzisierung des Bankgeheimnisses - Bekräftigung des seit 1993 geltenden Grundsatzes der Endbesteuerung: Mit dem automatischen Abzug der KESt werden die Einkommens- und Erbschaftssteuer abgegolten. In diesem Fall entfällt auch die bisher verpflichtende Meldung der Banken an das Finanzamt im Todesfall des Sparbuchinhabers

  • Von 1. November 2000 bis 30. Juni 2002: - Behebungen noch ohne Identitätsfeststellung möglich - Schenkung von Sparbüchern ist für die Vergangenheit und bis 30. Juni 2002 steuerbefreit (Ausnahme: Schenkung an Stiftungen)

  • Ab 1. Juli 2002: - Ein- und Auszahlungen nur mehr nach Identitätsfeststellung möglich - Sparbücher ohne Identitätsfeststellung werden als besonders gekennzeichnete Konten weitergeführt. Die vereinbarte Verzinsung bleibt unberührt, neue Laufzeitenvereinbarung nur nach Identitätsfeststellung möglich - Bei Behebung von noch anonymen Sparbüchern mit einem Guthabensstand ab 200.000 S erfolgt eine Meldung an die zentrale Geldwäschebehörde im Innenministerium; Auszahlung erfolgt nach Identitätsfeststellung und 7-tägiger Wartefrist. - Gesetzliches Weitergabeverbot von noch anonymen Sparbüchern (Verwaltungsstrafe)

    Neue Sparbücher

    Regelungen für neue Sparbücher bzw. Sparguthaben nach erfolgter Identitätsfeststellung des Kunden:

  • Ab 1. November 2000: - Sparbücher dürfen nur mehr auf den eigenen Namen des Kunden (Namenssparbuch) oder auf eine andere Bezeichnung (keine fremden Namen erlaubt) lauten. Im zweiten Fall muss ein Losungswort vereinbart werden, nach dessen Nennung über das Sparguthaben verfügt werden kann. - Über Namenssparbücher und Sparbücher mit einem Guthabensstand ab 200.000 S darf nur mehr der identifizierte Kunde selbst verfügen - Über Sparbücher mit Losungswort und Guthaben unter 200.000 S kann auch künftig jeder "Buchvorleger" gegen Nennung des Losungswortes verfügen. Ein Überschreiten der 200.000 S-Grenze ist ausschließlich durch Zinsgutschrift erlaubt. - Identifizierung des Einzahlers bei Einzahlungen ab einer Höhe von 200.000 S - Präzisierung des Bankgeheimnisses - Bekräftigung des seit 1993 geltenden Grundsatzes der Endbesteuerung (siehe oben).

  • Von 1. November 2000 bis 30. Juni 2002: - Schenkung von Sparbüchern bis 30. Juni 2002 steuerbefreit (Ausnahme: Schenkung an Stiftungen)

  • Ab 1. Juli 2002: - Behebungen ab 200.000 S nur mehr nach Identitätsfeststellung des Behebers möglich (APA)