München - Stress hat sich zur Belastung Nummer Eins am Arbeitsplatz entwickelt. Nach einer europaweiten Studie der Fachvereinigung Arbeitssicherheit (FASI) hat psychischer Stress die Klassiker Lärm, Hitze, Kälte, Gefahrstoffe sowie Heben und Tragen schwerer Lasten vom Spitzenplatz der Arbeitsbelastungen abgelöst. "Jeder dritte Beschäftigte fühlt sich gesundheitsgefährdendem Stress ausgesetzt", sagte FASI-Präsident Gerd Albracht am Dienstag in München vor der am Mittwoch beginnenden Fachmesse "Arbeitsschutz aktuell". Stressbedingte Krankheiten wie Herzinfarkt, Magengeschwüre, Bluthochdruck und Schlaflosigkeit hätten alarmierend zugenommen. Stress entstehe durch Arbeitsverdichtung, eingeengte Entscheidungsspielräume, Über- und Unterforderung sowie soziale Konflikte mit Kollegen bis hin zum Mobbing. Albracht schätzte die Zahl der Mobbing-Opfer auf bundesweit 1,5 Millionen Menschen. Mobbing beeinträchtige den Betriebsfrieden, die Leistungsfähigkeit und letztendlich den Erfolg des ganzen Unternehmens. Albracht forderte zur Vermeidung von Stress sensible Vorgesetzte, die sich für menschliche Ressourcen verantwortlich fühlten. "Das ist für das ganze Unternehmen gut", sagte Albracht. Ebenso müsste der Informationsfluss in Unternehmen verbessert werden. Auch die Neuorganisation einzelnen Aufgabenbereichen könne hilfreich sein. Auf der dreitägigen Fachmesse stellen 1.500 Teilnehmer neueste Erkenntnisse des Arbeitsschutzes vor. Auf der 15.000 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche werden mehr als 10.000 Besucher erwartet. (APA)