Ludwigshafen - Die Ludwigshafener BASF AG muss wegen verbotener Preisabsprachen bei Vitaminen noch einmal knapp 1,4 Mrd. S (102,3 Mill. Euro) zahlen. Der deutsche Konzern und fünf weitere Vitaminhersteller in den USA schlossen kartellrechtliche Vergleiche mit indirekten Käufern vitaminhaltiger Produkte. Die sechs Vitaminhersteller verpflichteten sich zur Zahlung von Schadenersatz von insgesamt rund 255 Mill. US-Dollar (292 Mill. Euro/4,02 Mrd. S) darin sind die Anwaltskosten nicht enthalten, wie BASF am Dienstagabend mitteilte. Vergleich Außerdem werde die Zustimmung der Kläger in Kalifornien zu einem weiteren Vergleich in Höhe von 80 Mill. Dollar in Kürze erwartet. Der Anteil der BASF an der Gesamtsumme betrage rund 82 Mill. US-Dollar zuzüglich Anwaltskosten, hieß es. Hintergrund ist die Verurteilung der Pharmakonzerne wegen verbotener Preisabsprachen in einem weltweiten Vitaminkartell. Bereits in der Vergangenheit musste das Ludwigshafener Unternehmen 225 Mill. Dollar Bußgeld zahlen, um einem Strafverfahren zu entgehen. Mehrere hundert Unternehmen, so genannte direkte Kunden, hatten sich zu einer Sammelklage zusammengetan und mit den Vitaminherstellern Roche (Schweiz), BASF, der französischen Rhone Poulenc, Hoechst Marion Roussel sowie den japanischen Firmen Daiichi Pharmaceutical, Eisai und TakedaChemical im Novemer 1999 eine außergerichtliche Einigung erzielt. Dabei wurde eine Schadenersatzzahlung von insgesamt rund 1,2 Mrd. Dollar vereinbart. Ein US-Gericht hatte dem Vergleich Ende März dieses Jahres zugestimmt. Verbotene Absprachen Den Unternehmen werden verbotene Absprachen von 1990 bis Februar 1999 mit dem Ziel vorgeworfen, die Preise für bestimmte künstlich hergestellte Vitamine in aller Welt in die Höhe zu treiben. Es geht um die Vitamine A, B2, B5, C, E sowie um Beta Carotin, die als Nahrungsergänzungsmittel für Mensch und Tier verwendet werden. (APA/AP)