Wien - Rund 50 Filmprüfer aus 19 Ländern treffen sich am Donnerstag in Wien zur sechsten jährlichen Konferenz europäischer Filmprüfer. Thema der dreitägigen Veranstaltung, die erstmals in Österreich stattfindet, ist "Die Zukunft der europäischen Filmprüfung im digitalen Zeitalter. Von der Klassifikation zur Empfehlung". Neben Teilnehmern aus westeuropäischen Ländern beteiligt sich heuer mit Ungarn erstmals auch ein Reformland. Von außerhalb Europas werden Experten aus den USA, Kanada und Australien erwartet, darunter als prominentestes wie mächtigstes Mitglied Joan Graves, Direktorin der Motion Picture Association of America, die für das amerikanischen Movie Rating System zuständig ist. Auf dem Programm stehen Vorträge zu den Schwerpunkten entwicklungspsychologische Grundlagen, zur Sinnhaftigkeit von Altersgrenzen vor dem Hintergrund medienpädagogischer Maßnahmen und zu Überlegungen bezüglich einer Kombination von Alterskennzeichnung und Empfehlung, wie sie in Österreich schon länger gehandhabt wird. Weiters werden in Arbeitsgruppen zwei Filme ("American Beauty" und Ghost Dog") nach verschiedenen Methoden geprüft. Neben dem österreichischen Prüfprotokoll und einer offenen Runde wird ein Modell getestet, das als Vorschlag für eine mögliche Harmonisierung auf europäischer Ebene dienen kann und das speziell für diese Konferenz von einem britisch-österreichischen Team entwickelt wurde. In Österreich existiert seit 1948 die Jugendfilmkommission (JFK), die sich aus Vertretern von Kirchen, Elternorganisationen, Jugendorganisationen, der Filmwirtschaft, der Medienpädadogik und den Medien zusammensetzt. Jugendmedienschutz ist in Österreich Landessache, doch übernehmen die Länder wie auch der OPF so gut wie immer die "Empfehlungen" der JFK. (APA)