Linz - Barbara Schett hat das rot-weiß-rote Prestige-Duell in Linz glatt gewonnen. Als Favoritin setzte sich die Innsbruckerin am Mittwoch im mit 535.000 Dollar dotierten Generali Ladies gegen ihre Tiroler Landsfrau Sylvia Plischke mit 7:5,6:1 durch und bekommt am Donnerstag (nicht vor 18.30 Uhr) Gelegenheit zur Revanche. Im Achtelfinale trifft sie auf die Tschechin Denisa Chladkova, der sie im Vorjahr gleich in ihrem ersten Match unterlegen war. Auch Olympiasiegerin Venus Williams gewann, sie schlug die Japanerin Ai Sugiyama 7:5,6:2 und feierte den 33. Sieg in Folge. "Eine große Revanche. Ich hab zwei Mal gegen sie gespielt und noch nie gewonnen", freute sich Schett schon auf das Match gegen die Qualifikantin. Im Match gegen Plischke, der sie im Vorjahr in Paris noch unterlegen war, hatte sie hingegen meist ein ernstes und konzentriertes Gesicht gezeigt. Denn auf dem mit 3.500 Zuschauern randvollen Centercourt des Design Centers tat sich Schett lange Zeit sehr schwer. Während sie etwa im ersten Satz sieben Breakbälle nicht nutzte, schaffte Plischke gleich mit ihrem ersten das Break zum 3:5. Doch Schett ("Ich habe geglaubt, ich drehe durch") kämpfte sich zurück, wehrte bei 4:5 zwei Satzbälle ab und drehte die Partie danach endgültig um. Der zweite Satz war dann im Schnellverfahren erledigt. "Ich wollte druckvoll spielen, das ist mir am Anfang lange nicht gelungen und bei 3:5 hab ich mir schon gedacht, dass es nicht wirklich gut ausschaut", gestand Schett. Doch mit dem Satzgewinn war sie wieder die "Alte". "Da war mir klar, das ich diese Partie nicht mehr auslassen darf. Das Selbstvertrauen passt jedenfalls wieder." Sie wird es gegen Chladkova ("Ich muss sie viel laufen lassen") brauchen, denn bei einem Sieg winkt ein Viertelfinal-Match gegen Lindsay Davenport. Nach schwachem Beginn setzte sich Williams dann doch durch Ähnlich mühevoll startete auch die Weltranglisten-Dritte Williams in ihrem ersten Match seit Olympia-Gold ins Turnier. Nach einer Breakorgie gegen Sugiyama blieb der Klassenunterschied aber gewahrt. "Ich habe zwei Wochen nicht gespielt und zu Hause auch nicht trainiert. Ich war ein bisschen weg von meinem Spiel", gestand Williams. "Zudem ist der Platz hier sehr schnell." Sie ist zuversichtlich. "Ich weiß, dass ich gegen die Besten immer am besten spiele." Mit rund zweieinhalb Stunden Verspätung hatte der Österreich-Hit begonnen, denn zuvor hatte sich das Turnier fast schon zum Marathon-Tag entwickelt. Ein Stromausfall und eine 40-minütige Pause hatten dazu geführt, dass im Match zweier früherer Linz-Siegerinnen Chanda Rubin (USA) erst nach 2:20 Stunden als 7:5,6:4-Siegerin gegen die belgische Wartusch-Bezwingerin Sabine Appelmans vom Centercourt ging. Danach forderte die russische Qualifikantin Tatjana Panowa die als Nummer sechs gesetzte Französin Amelie Mauresmo über "nur" 2:10 Stunden. "Nur", weil Panowa im Muskel-Duell bei 0:3 im dritten Satz mit Rückenschmerzen aufgab. Im zweiten Satz hatte die Russin einen Matchball nicht verwertet. Die traurigste Spielerin am Mittwoch in Linz war Cara Black. Einen Tag nach ihrem bemerkenswerten Sieg über die Olympia-Zweite und US-Open- Halbfinalistin Jelena Dementjewa musste sie aus familiären Gründen abreisen und dadurch auch für das Doppel, in dem sie mit Jelena Lichowzewa als Nummer zwei gesetzt gewesen wäre, absagen. Ihr Vater liegt in der Intensivstation. Henrieta Nagyova steht dadurch kampflos wie Williams und Rubin bereits im Viertelfinale.