München/Abu Dhabi - Der Ölpreis hat nach Expertenmeinung den Gipfel noch nicht erklommen. Der Chefvolkswirt der HypoVereinsbank in München, Martin Hüfner, sagte "Euro am Sonntag", er könne sich einen Ölpreis von "40 Dollar und darüber" durchaus vorstellen. Zur Begründung erklärte er, ein harter Winter oder eine Eskalation des Nahost-Konflikts mit etwaigen Produktionsunterbrechungen könnten die Preise anziehen lassen. Als Zeitraum nannte Hüfner "drei bis vier Monate". Ölminister der Golfstaaten haben sich unterdessen dagegen ausgesprochen, dass die OPEC überstürzt die Fördermenge erhöht. Die hohen Preise seien weniger auf Angebot und Nachfrage sondern vielmehr auf psychologische Faktoren im Zuge der Nahost-Krise zurückzuführen. Erleichterung im Sommer Hüfner ging auch davon aus, dass der Preis pro Barrel mittelfristig wieder sinken werde und im kommenden Sommer nicht mehr so hoch sein dürfte wie heute. Trotzdem sei das knappe Gut Öl nicht mehr reichlich vorhanden und deshalb auch nicht billig. Der Präsident des deutschen Umweltbundesamts, Andreas Troge, geht davon aus, dass der Ölpreis in den kommenden Jahren eher weiter steigen als fallen werde. "Deutschland muss sich auf ein langfristig hohes Ölpreisniveau einrichten", sagte Troge dem in Düsseldorf erscheinenden Wirtschaftsmagazin "DM". Deutlich höhere Spritpreise und teureres Heizöl erwarte er um das Jahr 2020: "Dann wird Öl richtig teuer." Die leicht zugänglichen Quellen seien dann erschöpft. (APA)