Twente - Schon vor einiger Zeit berichteten wir von der Gattung der Alpheus-Krebse, die durch ein Klacken ihrer Scheren Beute betäuben. Lange Zeit war angenommen worden, dass die Beutetiere durch den dabei entstehenden Ton außer Gefecht gesetzt würden. Dann wurde jedoch entdeckt, dass dabei ein ganz anderer Effekt zum Tragen kommt: die Entstehung von Plasma. Wissenschaftler der Universität von Twente in den Niederlanden haben diese Ergebnisse genauer spezifiziert - und dabei Bemerkenswertes entdeckt. Detlef Lohse und seine Kollegen setzten eine Hochgeschwindigkeitskamera ein und stellten fest: Wenn Alpheus heterochaelis seine Scheren einsetzt, erzeugt er einen Wasserstrahl, in dem winzige Blasen expandieren und anschließend mit der bekannten Geräuschentwicklung kollabieren: ein als Kavitation bekannter Prozess. Das ohrenbetäubende Geräusch entsteht also schon vor dem Zuschnappen der Scheren! Ton und Licht Die Forscher vermuteten, dass die Kavitation nicht nur Geräusch, sondern auch Licht produzieren könnte - dies durch den Effekt der Sonolumineszenz . Wenn die Bläschen kollabieren, wird das Gas in ihrem Inneren derart komprimiert, dass die Temperaturen im Inneren auf geschätzte 5000° Celsius steigen können - das entspricht der Temperatur auf der Sonnenoberfläche. Auch auf Lichtentwicklung gibt es Hinweise. Freilich spielt sich diese Phänomen in einem ultrakurzen Zeitraum ab: Nur für 200 Picosekunden hat das von dem Krebs erzeugte "kalte Plasma" Bestand. Der bekannte Ton ist allerdings auch nicht ohne: er durchdringt den Ozean und lässt die Geräuschkulisse von Tieren und Schiffen verschwinden - selbst U-Boote können sich hinter dem Krebsgeräusch verstecken. ( "New Scientist" /red)