Wien - Die Verluste der österreichischen Fluggesellschaft Lauda Air dürften im laufenden Jahr (per Ende Oktober) wesentlich höher ausfallen als bisher angenommen. Der Wirtschaftsprüfer Deloitte & Touche hat dem AUA-Aufsichtsrat gestern, Dienstag, in einer mehrstündigen Sitzung einen Verlust der Lauda Air nach dem Handelsrecht in Höhe von 1,093 Mrd. S (79,4 Mill. Euro) in Aussicht gestellt, berichten mehrere österreichische Tageszeitungen in ihren Ausgaben von heute, Mittwoch unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Weder die AUA noch die Lauda Air wollten zu diesen Zahlen Stellung nehmen. Auch der Termin der Ausschusssitzung war im Vorfeld nicht bestätigt worden. "Allfällige Ausschusssitzungen sind nicht zu kommentieren", hieß es lediglich. Airline-Chef Niki Lauda war trotz wiederholter Anfragen bisher nicht zu sprechen. Konkurs möglich Gelänge es Lauda nicht, bis Ende Oktober 250 Mill. S frisches Kapital zu bekommen, wäre ein Konkurs möglich, wird der Prüfbericht zitiert. Das dürfte die AUA aber verhindern, vermuten Experten, um die Marke zu retten und den Schaden für sich selbst so gering wie möglich zu halten. Ein Konkurs der Lauda Air würde den 36-Prozent-Eigentümer AUA laut Bericht 1,5 bis zwei Mrd. S kosten, werden die Aufsichtsratskreise zitiert. In einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung entscheidet der Lauda-Aufsichtsrat heute über weitere Maßnahmen bei der angeschlagenen Lauda Air. Das AUA-Management hat bereits vor Wochen angekündigt, ihren Anteil an Lauda Air durch Ausübung einer Put/Call-Option um 23 Prozent auf 59 Prozent zu erhöhen. Den Berichten zufolge beziffern die Wirtschaftsprüfer den operativen Verlust der Lauda Air mit 438 Mill. S. Dazu komme das Risiko aus Fremdwährungskrediten von 500 Mill. S. Das Minus der Lauda Air Österreich wurde mit 674 Mill. S beziffert, in der Lauda Air AG seien es minus 839 Mill. S, bei der Lauda Air Italy sollen weitere 200 Mill. S. fehlen. Zitat aus dem "Standard": "Die Geschäfte der Gesellschaft sind für viele nicht durchschaubar". In der Aufsichtsratssitzung der AUA seien Bedenken über die Erstellung des Jahresabschlusses der Lauda Air geäußert worden. An der Wiener Börse setzte sich der Absturz der AUA-Aktie fort: Um 10.30 Uhr lag AUA mit 10,00 Euro 9,1 Prozent unter dem Vortagesschluss von 11,00 Euro. Davor lag die Aktie zwischenzeitig bereits mehr als 12 Prozent im Minus. Am Dienstag war AUA mit einem Kursverlust von 4,35 Prozent größter Verlierer im Fließhandel.(APA)