Wien - Zu einem Eklat kam es am Mittwoch im Rahmen der davor eher zahm abgelaufenen Menschenrechtsdebatte im Nationalrat. Der Abgeordnete der Grünen,Karl Öllinger forderte die Anwesenheit von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) ob der Wichtigkeit des Themas. Der vorsitzführende Zweite Nationalratspräsident Thomas Prinzhorn (F) verweigerte zunächst eine Abstimmung über den Antrag, da zu wenige Abgeordnete im Plenarsaal seien. SPÖ und Grünen bestritten dies heftig und bekräftigten, dass die notwendigen 63 Abgeordneten im Raum gewesen wären. Schließlich genug Abgeordnete der Regierungsparteien im Saal Nach einigen Beiträgen zur Geschäftsordnung hatten es die Regierungfraktionen dann offenbar geschafft, genügend Abgeordnete in den Saal zu holen, um eine Abstimmungsniederlage zu vermeiden. Prinzhorn erklärte nach dem Votum, die Mehrheit sei gegen den Antrag. Dies wiederum wollten die Grünen nicht wahr haben und forderten die Bekanntgabe des genauen Ergebnisses. Dazu war Prinzhorn jedoch nicht im Stande und betonte, dies hätte man im Vorhinein verlangen müssen. Der Grün-Abg. Peter Pilz sprach daraufhin nach Angaben des Nationalratspräsidenten von "Milosevic-Methoden" und "Schiebung". Für beides setzte es einen Ordnungsruf - und Kritik seitens der Regierungsfraktionen. Allgemeine Verwirrung hatte es zuvor schon rund um einen Antrag des FP-Abg. Michael Krüger auf Debatte über den Antrag der Grünen auf Herbeischaffung Schüssels gegeben. Nur die SPÖ-Abgeordneten standen auf und stimmten damit Krügers Antrag zu, ÖVP und FPÖ blieben sitzen - offensichtlich im Glauben, es gehe um Schüssels Anwesenheit. Noch während der Auseinandersetzungen hatte Schüssel schon längst neben Staatssekretär Alfred Finz Platz genommen.(APA)