Der Computerhersteller Apple rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit stagnierenden Umsätzen. Die Börse reagierte am Donnerstag mit Abschlägen auf die Zahlen für das letzte Quartal, die die Gewinnerwartungen nicht erfüllten. Auch im laufenden Quartal geht Apple von einer zurückhaltenden Geschäftsentwicklung aus. Im Geschäftsjahr 1999/2000 (30. September) steigerte Apple seinen Gewinn von 601 auf 786 Mill. Dollar (922 Mill. Euro/12,7 Mrd. S). Der Umsatz kletterte von 6,1 auf acht Mrd. Dollar. Für das Gesamtjahr wird ein Umsatz zwischen 7,5 und acht Mrd. Dollar angepeilt. Unter den Schätzungen Mit 170 Mill. Dollar Gewinn bei rund 1,9 Mrd. Dollar Umsatz blieb das für seinen bunten Comuter "iMac" bekannte Unternehmen im vierten Quartal knapp unter den Schätzungen. Als Gründe gab der Vizepräsident von Apple Europa, Pascal Cagni, am Donnerstag in München unter anderem den schleppenden Verkauf seines Computer-Flaggschiffs "G4 Cube" an. Nach den Worten von Finanzchef Fred Andersson wird für das erste Quartal ein Umsatz von 1,6 Mrd. Dollar bei einem "geringen Gewinn" erwartet. Im Gewinn von 170 Mill. Dollar für das vierte Quartal sind rund 62 Mill. Dollar aus dem Verkauf von Aktien einer Beteiligungsgesellschaft enthalten. Ohne diese einmaligen Erträge lag der Gewinn bei 108 Mill. Dollar. Das entspricht einem Anstieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 20 Prozent. Die Apple-Aktien gaben im nachbörslichen US-Handel erneut nach In New York hatte das Papier am Donnerstag mit 20,12 Dollar nur wenig über dem 52-Wochen-Tief geschlossen. Erst im September hatte eine Absenkung der Gewinnprognose den Kurs um rund 45 Prozent einbrechen lassen. Der Höchststand hatte im März noch 75 Dollar betragen. Der schleppende Absatz von Computern in den vergangenen Wochen hat nach Unternehmensangaben zu einem hohen Lagerbestand bei den Händlern geführt. Dieser solle bis Jahresende abgebaut werden. Deswegen werde auch das nächste Quartal kein befriedigendes Ergebnis bringen, sagte Apple-Chef Steve Jobs bei der Bekanntgabe der Zahlen in New York. Apple habe im abgelaufenen Geschäftsjahr weltweit rund 4,5 Mill. Geräte verkauft, 1,2 Mill. im letzten Quartal. Rekordergebnis Allein in Europa habe das Absatzwachstum im Geschäftsjahr bei 52 Prozent gelegen. In Deutschland habe Apple ein Rekordergebnis präsentiert, sagte der Kommissarische Geschäftsführer Reiner Deichmann, ohne Zahlen zu nennen. Der Absatz sei um 65 Prozent gestiegen, der Umsatz um 62 Prozent. Auch der Marktanteil habe zugelegt, obwohl er nach Zahlen vom August mit 2,5 Prozent noch nicht zufrieden stellend sei. Vor allem mit Preisoffensiven für den Verbraucher-Computer "iMac" und das neue Profi-Gerät "Cube" will Apple Wachstum für das kommende Jahr sichern. Das Unternehmen konzentriere sich dabei einerseits auf private Konsumenten, die möglichst einfach ins Internet wollen oder private Videos am Rechner bearbeiten wollen. Andererseits hat Apple die professionelle Gruppe der so genannten Kreativen in Medien oder Werbeagenturen im Visier. Daneben will Apple verstärkt in den Bildungssektor vordringen. (APA/dpa)