Dhaka - Jede zweite Frau in Bangladesch wird noch als Jugendliche von ihrer Familie verheiratet. 25 Prozent der Frauen werden Mütter, bevor sie volljährig sind. Das ergab eine Studie des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef), die am Freitag in Dhaka veröffentlicht wurde. Experten sehen in der frühen Heirat eine der Ursachen für das Bevölkerungswachstum. Für frühe Schwangerschaften seien gesellschaftlicher Druck, schlechte Ausbildung und fehlendes Wissen über Verhütungsmittel verantwortlich, berichtete Unicef. Projekte für Familienplanung und Gesundheit, zu denen auch ein Programm der deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) zählt, zeigen allerdings Erfolge. Anfang der 80er Jahren lag das Bevölkerungswachstum in Bangladesch noch bei 2,7 Prozent, heute ist es auf 1,5 Prozent zurückgegangen. Bangladesch, eines der ärmsten und am dichtesten besiedelten Länder der Welt, hat 125 Millionen EinwohnerInnen. Frauen werden mit 20 Jahren, Männer mit 22 volljährig. (APA)