Kanadische Ärzte haben herausgefunden, dass bei der Steißlage des Kindes Geburten per Kaiserschnitt weniger risikoreich sind als natürliche Entbindungen. In einer am Freitag vom Medizin-Journal "The Lancet" veröffentlichten Untersuchung schrieben sie, dass während oder nach geplanten Kaiserschnitt-Geburten 1,6 Prozent der Kinder starben, während bei natürlichen Geburten aus einer Steißlage fünf Prozent der Kinder nicht überlebten. Eine Steißlage des Fötus ist für Mutter und Kind gefährlich, weil dann bei der Entbindung das Becken des Kindes zuerst durch den Geburtskanal gedrückt wird und nicht der Kopf. Sie tritt bei etwa drei Prozent aller Geburten auf. Beim Kaiserschnitt erfolgt die Entbindung durch einen Schnitt in der Gebärmutter. Für die Studie wurden "The Lancet" zufolge 2083 Entbindungen mit Steißlagen in 26 Ländern untersucht. Etwa die Hälfte der untersuchten Geburten in insgesamt 121 Krankenhäusern sei natürlich erfolgt, die übrigen per Kaiserschnitt. Bei den Müttern lag die Zahl der Todesfälle bei beiden Geburtsarten gleich hoch. Zudem zeigt die Studie, dass in Ländern mit niedriger Kindersterblichkeit das Risiko bei einer Kaiserschnittoperation am geringsten ist. Bisher war es umstritten, welche Geburtsart bei einer Steißlage am günstigsten ist. (Reuters)