Kairo - Die Arabische Liga, deren Staatsoberhäupter am Samstag in Kairo zu ihrer ersten Gipfelkonferenz seit 1996 zusammengekommen sind, ist ein 1945 geschaffener Zusammenschluss von heute 22 Staaten, einschließlich des 1988 von der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ausgerufenen Staates Palästina. Die PLO war als solche bereits 1976 Vollmitglied der Liga geworden. Zu den Gründungsmitgliedern Ägypten, Irak, Jemen, Jordanien, Libanon, Saudiarabien und Syrien kamen später Algerien, Sudan, Libyen, Marokko, Tunesien, Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mauretanien, Somalia, Dschibuti und die Komoren hinzu. Zu den Zielen der Liga zählen die Wahrung der arabischen Interessen, Schlichtung und Vermittlung in Streitfällen, sowie die Förderung der Beziehungen der Mitgliedstaaten auf politischem, gesellschaftlichem, kulturellem und wirtschaftlichem Gebiet. Höchstes Gremium der Liga ist der Rat der Könige und Staatschefs. Zwei Mal jährlich tagt der Liga-Rat der Außenminister. Fällt der Rat nur Mehrheitsentscheidungen, dann gelten diese nur für jene Länder, die zugestimmt haben. An den auseinanderstrebenden Interessen der Ligastaaten und dem Vetorecht eines jeden einzelnen Mitglieds ist das Bemühen um eine gemeinsame politische Haltung immer wieder gescheitert. Zentrale der Organisation ist mit einer elfjährigen Unterbrechung von 1979 bis 1990 die ägyptische Hauptstadt Kairo. Wegen des Separatfriedens mit Israel war Ägyptens Mitgliedschaft suspendiert worden, die Liga verlegte daraufhin ihren Sitz vorübergehend nach Tunis. Generalsekretär ist der Ägypter Esmat Abdel Meguid. Die Arabische Liga hat bei den Vereinten Nationen Beobachterstatus; sie unterhält Vertretungen in mehreren außerarabischen Staaten, so auch in Österreich. Die schwerste Krise in der Geschichte der Organisation löste der irakische Überfall auf Kuwait 1990 aus. Auf Grund des Streits über eine gemeinsame Irak-Politik kam in einem Jahrzehnt nur ein Gipfeltreffen der Staatsoberhäupter - 1996 in Kairo - zu Stande. Auf dem Gipfel an diesem Wochenende wird der Irak wieder integriert. (APA/AP/dpa)