Innsbruck – Ferdinand Frauscher, Radiologe und Assistenzarzt an der Universitätsklinik Innsbruck kam anhand von Ultraschalluntersuchungen an Mountainbikern zu dem Schluss, dass Radeln abseits befestigter Straßen für Männer ungesund ist: Die ständigen Erschütterungen, kombiniert mit einem harten Sattel, kann Zysten, Schwellungen und gutartige Tumore am Hodensack hervorrufen. Im Zuge ihrer Studie untersuchten die Innsbrucker Mediziner 45 Freizeit-Biker, die im Schnitt zwei Stunden täglich und sechs Tage die Woche in unwegigem Gelände radelten. Bei 96 Prozent der untersuchten Mountainbiker und bei 16 Prozent einer nicht-radelnden Vergleichsgruppe stellten die Ärzte sogenannte "pathologische Abnormalitäten" fest.

Bei 84 Prozent der Radsportler fanden sie gutartige Tumore an den Hoden, bei 49 Prozent hatte sich Sperma in Zysten angesammelt. 44 Prozent wiesen Kalziumanlagerungen in den Nebenhoden, so genannte Skrotolithe, auf, die Schwellungen und Infektionen hervorrufen können. Frauscher vermutet, dass die extremen Schwingungen der Hoden gegen den Sattel verantwortlich sind. Er empfiehlt Schutzmaßnahmen wie gepolsterte Sättel oder Sättel mit Löchern. Um genauere Daten über die Schwingungen zu erhalten, will er Mountainbiker in Aktion demnächst mit Sensoren an den Hoden versehen. Rennradler, welche die glatten Straßen nicht verlassen, sind offenbar nicht gefährdet. In einer Kurzstudie an fünf Rennradlern fand das Team nur einmal Kalziumanlagerungen. Die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten die Mediziner im Fachblatt The Lancet. (pte)