Wien - Einen dreidimensionalen Blick ins Innere des Körpers - ohne den kleinsten operativen Eingriff - erlaubt die Entwicklung "Vismed/SpaceVision" der niederösterreichischen Firma Tiani Medgraph GMBH. Der Computer setzt dabei mittels der Software bis zu 1.200 Röntgenaufnahmen - Computertomogramme (CT) - zu einem dreidimensionalen Bild zusammen. Das System wird laufend erweitert und für die verschiedensten Organsysteme adaptiert. Das jüngste Projekt "Becken-Bein-Angio" wurde in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Radiodiagnostik am Wiener AKH und mit Unterstützung des Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft (FFF) durchgeführt. Es erlaubt die dreidimensionale Darstellung der Blutgefäße im Bereich von Becken und Beinen. Computertomographen stellen Organe oder Körperteil in Schichten dar. Bisher wurden die einzelnen CT-Bilder von Röntgenassistenten durchgesehen und die entscheidenden Aufnahmen - etwa eine krankhafte Stelle - dem Radiologen zur Begutachtung übergeben. Durch "Vismed/SpaceVision" erledigt der Computer diese Aufgabe, er stellt die Schichten etwa zu einem Bein zusammen. Auch die herausgelöste Darstellung etwa der Blutgefäße ist möglich, krankhafte Veränderungen werden können farbig markiert werden, dies soll dem Arzt die Befundung erleichtern. Es ist sogar möglich, virtuell durch die Gefäße des Patienten zu wandern, ganz so als wäre man mit einer Sonde - einem Endoskop - unterwegs. Der Arzt kann sich so die Situation genau ansehen und - falls nötig - dem Chirurgen Anweisungen geben, wo Eingriffe nötig sind und wo nicht. Das System funktioniert etwa bei Darm- oder Lungenuntersuchungen, Knochenbrüchen und Tumoruntersuchungen bereits im medizinischen Alltag, laut Andreas König von Tiani wurde es in Deutschland rund zehn Mal, in Österreich rund acht Mal verkauft. Die Erweiterung "Becken-Beine-Angio" befinde sich allderdings noch im wissenschaftlichen Teststadium. Tiani ist im Businesspark "campus 21" in Brunn am Gebirge angesiedelt. Der Umsatz liegt laut firmeneigenen Angaben bei 77 Millionen Schilling, für 2001 werden 113 Millionen prognostiziert. Für 2001 plant Tiani den Börsengang. (APA)