Mit zweitägiger Verspätung ist die US-Raumfähre Discovery von ihrem Jubiläumsflug ins All auf die Erde zurückgekehrt. Die Landung am Dienstagabend musste wegen schlechten Wetters von Florida nach Kalifornien zur Luftwaffenbasis Edwards verlegt werden, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte. Am Kennedy Space Center in Florida herrschte an den beiden Vortagen so starker Wind, dass ein sicheres Aufsetzen der Raumfähre gefährdet gewesen wäre. Der 13-tägige Discovery-Flug war die hundertste Mission eines US-Shuttles im All. Die sieben Astronauten an Bord hatten während ihrer knapp zwei Wochen im All die internationale Raumstation ISS für ihre erste dauerhafte Besatzung bewohnbar gemacht. Zwei russische und ein US-Raumfahrer wollen kommende Woche zur ersten Langzeitmission zu der Raumstation aufbrechen. Mehr als 27 Stunden hatten sich die Astronauten der Discovery während ihrer Mission außerhalb ihrer Raumfähre im All aufgehalten, um Kabelverbindungen zwischen den einzelnen Modulen der Raumstation herzustellen. Insgesamt absolvierten sie vier Weltraumspaziergänge. Dabei installierten sie ein System, mit dem das künftige US-Labor Destiny mit Strom versorgt werden kann. Anfang nächster Woche sollen dann die russischen Kosmonauten Juri Gidsenko und Sergej Krikaljow sowie ihr US-Kollege William Shepherd vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur an Bord einer Sojus-Rakete zu ihrem Daueraufenthalt ins All starten. Die drei Raumfahrer wollen voraussichtlich bis Februar auf der neu eingerichteten ISS bleiben, bevor ein US-Shuttle sie wieder auf die Erde zurückbringt. Die russische Weltraumbehörde hatte Ende vergangener Woche mitgeteilt, dass sich der Start der ersten ISS-Besatzung um einen Tag auf den 31. Oktober verschiebe. Dies hänge damit zusammen, dass die Discovery nur mit sechstägiger Verspätung starten konnte und die Raumstation außerdem in eine höhere Umlaufbahn befördert worden sei. Im September hatte sich ein Astronauten-Team als Möbelpacker im All betätigt und das Wohnmodul der ISS eingerichtet. Anderthalb Tonnen Material, unter anderem Toiletten und Sportgeräte, mussten sie ausladen und in der ISS einbauen. Auf 13 Metern Länge beherbergt das Wohnmodul Swesda eine Küche mit Kühlschrank, einen Tisch und abgetrennte Schlafkammern für die Astronauten, die ab kommender Woche die Wohnqualität im All testen können. Die ISS besteht bisher aus dem russischen Wohnmodul Swesda, dem russischen Modul Saria sowie der US-Andockstelle Unity. Die Raumstation soll 2005 aus rund 100 Einzelteilen fertiggestellt sein. Das voraussichtlich bis 2013 einsatzbereite Weltraumlabor wird dann insgesamt 108 Meter lang und 74 Meter breit sein sowie 450 Tonnen wiegen. An dem Projekt beteiligen sich 16 Nationen. (APA/AFP)