Graz - Wer hätte es nach den 0:5-Schlappen in Glasgow und Monaco auch nur im Entferntesten für möglich gehalten? Österreichs Vizemeister Sturm schoss sich am fünften und vorletzten Spieltag an die Spitze der Gruppe D der Fußball-Champions-League. Ein großartiger Konter über Prilasnig und Reinmayr, den Juran in der 20. Minute eiskalt abschloss und die Draufgabe durch Gilbert Prilasnig in der 94. zum 2:0 ließen die Hoffnungen der Grazer auf den Aufstieg in die Zwischenrunde gewaltig steigen, der schlechtestenfalls dritte Platz und damit Überstieg zum UEFA-Cup wäre bereits geschafft, in Istanbul genügt schon ein Remis, um aus eigener Kraft bei den "Champions" weiter mitzumischen. Damit hat Sturm auch im dritten Heimspiel "zu Null" gewonnen: 3:0 gegen Galatasaray, jeweils 2:0 gegen Monaco und die Rangers. Und dies, obwohl gegen die Schotten mit Kapitän Ivica Vastic und den zweifachen Torschützen gegen die Monegassen, Markus Schopp, zwei der besten Grazer fehlten. Erreicht wurde der Triumph durch eine kämpferisch großartige und konzentrierte Defensiv-Vorstellung mit einigen gelungenen Konterangriffen. Bemerkenswert, dass die bissigen, kampfstarken Rangers trotz teilweise deutlicher Feldvorteile kaum eine echte Torchance vorfanden, allerdings etliche halbe Möglichkeiten, bei denen sich entweder Pepi Schicklgruber als sicherer Rückhalt erwies oder die Schüsse ihr Ziel verfehlten. Yuran mit einem Weltklassetor Die erste und vor der Pause einzige seriöse Chance für die Gastgeber führte in der 20. Minute zum 1:0. Ein präziser Longpass von Prilasnig fand auf der rechten Seite Reinmayr, dieser verlängerte direkt zu Yuran, Ferguson fuhr ins Leere, griff wieder an, der Russe ließ ihn seelenruhig und gleichzeitig auch Torhüter Christiansen aussteigen und schoss trocken ein. "Ein Weltklassetor" lobte nicht nur Herbert Prohaska. In der ersten Hälfte blieb Schicklgruber sowohl gegen Tugay (25.) als auch Kantschelskis (28) und Van Bronckhorst (42.) siegreich. Die erste gute Möglichkeit nach der Pause fanden die Hausherren vor, als Juran aus 13 m den Ball nur hauchdünn über das Tor jagte. Dann rettete der Sturm-Keeper gegen Van Bronckhors (51.). Ein weiterer Sturm-Konter in der 58. Minute brachte Kocijan in Schussposition, knapp daneben. Dann köpfelte Prilasnig nach Mamedow-Flanke nicht gut genug (71.). Die Rangers brachten zwei neue Offensivleute, verfingen sich aber immer wieder in der Sturm-Abwehr oder schossen aus größerer Distanz nicht gut genug. Im Finish waren die Grazer sogar gefährlicher. Minavand (89.) und Strafner (90.) bedrohten das Glasgow-Tor, ehe Prilasnig traf. Bei einem Konter, diesmal von Minavand über die linke Seite, bediente Strafner den mitgelaufenen Prilasnig, auch er ließ mit einem Haken Ferguson stehen und schoss präzise in die rechte Ecke zum Endstand. Der Jubel kannte im ausverkauften Schwarzenegger-Stadion keine Grenzen mehr. Sturm Graz - Glasgow Rangers 2:0 (1:0) Arnold-Schwarzenegger-Stadion, 15.400 Zuschauer (ausverkauft) Torfolge: 1:0 (20.) Sergej Yuran 2:0 (94.) Gilbert Prilasnig Sturm: Schicklgruber - Popovic - Neukirchner, Korsos - Mamedow (83. Feldhofer), Schupp, Reinmayr (46. Minavand), Fleurquin, Prilasnig - Yuran (65. Strafner), Kocijan Rangers: Christiansen - Amoruso, Porrini, Numan, Konterman - Kantschelskis, Ferguson, Turgay, Van Bronckhorst (55. McCann) - Wallace (73. Dodds), Ronald de Boer Gelb-Rot: Numan (85./Foul) Gelbe Karten: Fleurquin, Popovic (für Istanbul gesperrt), Prilasnig bzw. Kontermann, Tugay, R. de Boer (APA)