Gainsville - Seit 1997 marschiert ein schlüpfriger Eindringling in Florida vor, der asiatische Sumpf- oder auch Reisaal (Monopterus Albus), ein bis zu einem Meter langer Fisch, der ganz oben auf der langen Liste der "Bioinvasoren" steht, zu deren Abwehr der U.S. Geological Survey (USGS) eine Forschungsstation in Gainsville unterhält. In Asien ist der Aal als Delikatesse geschätzt, in Florida als Räuber gefürchtet, der viele Kleinlebewesen abräumt und damit das Futter für andere Fische und Watvögel dezimiert. Zudem hat er eine herausragende Überlebenstechnik - er kann sowohl durch Kiemen atmen wie durch ein lungenähnliches Organ - und wandert ungehemmt über Land. Das Absperren von Kanälen und Flussläufen kann ihn ebenso wenig aufhalten wie das temporäre Trockenlegen von Feuchtgebieten. Sogar mit Giften kommt man ihm nicht bei, und nicht einmal mit Dynamit. Auch den Rat, ihn als Speisefisch zu jagen, will das USGS nicht geben, da der Sumpfaal einem stark bedrohten heimischen Aal sehr ähnlich ist. Bleibt die Hoffnung, dass er nicht nur Schaden anrichtet. In den Gewässern Floridas tummeln sich schon 28 eingeschleppte Fischarten, von denen manche andere kurz halten. (jl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28./29. 10. 2000).